Abo
  • IT-Karriere:

Sicherheit: Tresor verschlüsselt Festplatten ohne RAM

Unter dem Namen Tresor haben Entwickler ein Verfahren zur Festplattenverschlüsselung entworfen, das dazu notwendige Schlüssel in der CPU ablegt, nicht wie bisher üblich im Arbeitsspeicher.

Artikel veröffentlicht am ,
Sicherheit: Tresor verschlüsselt Festplatten ohne RAM
(Bild: Nono/Chaos Computer Club)

Bislang legen Verschlüsselungsprogramme ihren Schlüssel im Arbeitsspeicher ab und sind damit beispielsweise anfällig für Cold-Boot-Angriffe. Mit "Tresor" hat Entwickler Tilo Müller von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) ein Verfahren vorgestellt, das kritische Schlüssel stattdessen in CPU-Registern ablegt. Geschwindigkeitseinbußen soll es dabei nicht geben.

Stellenmarkt
  1. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Berlin
  2. SSI SCHÄFER Automation GmbH, Giebelstadt

Tresor ist als Patch für den Linux-Kernel erhältlich. Dabei werden zum Chiffrieren genutzte AES-Schlüssel in den Debug-Registern einer CPU abgelegt. Von dort können sie bei der Verschlüsselung genutzt werden, ohne dass sie in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen. Damit sind die Schlüssel sofort nach dem Abschalten des Rechners verschwunden. Tresor soll so vor Kaltstartattacken schützen, bei denen ein Angreifer mit physischem Zugang zu Rechnern den Arbeitsspeicher für mehrere Minuten auslesen kann, nachdem dieser abgeschaltet wurde.

Auf 64-Bit-CPUs mit den AES-NI-Erweiterungen soll die Verschlüsselung mit Tresor keine Leistungseinbußen bringen. Tresor funktioniert auch auf älteren 32-Bit-CPUs mit SSE2-Erweiterung, allerdings soll die Geschwindigkeit dabei auf ein Sechstel der ursprünglichen Geschwindigkeit zurückgehen. Dort beträgt die maximale Schlüssellänge auch nur 128 Bit, auf 64-Bit-CPUs kann AES mit 256-Bit-Schlüsseln verwendet werden.

Tresor lässt sich mit der herkömmlichen Kernel-Verschlüsselung und dem entsprechenden Userland-Werkzeug dm-crypt nutzen. Damit können Partitionen oder Container-Dateien chiffriert werden.

Tresor ist als Kernel-Patch für Linux 2.6.36 und 3.0.9 für CPUs mit AES-NI-Erweiterung und für Linux 2.6.36 für CPUs mit SSE2-Erweiterung von der Homepage des Projekts erhältlich. In einem Whitepaper haben die Entwickler Details zu dem Verfahren veröffentlicht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. HP 34f Curved Monitor für 389,00€, Acer 32 Zoll Curved Monitor für 222,00€, Seasonic...
  2. (u. a. Star Wars Battlefront 2 für 9,49€, PSN Card 20 Euro für 18,99€)
  3. 769,00€
  4. 239,90€ (Bestpreis!)

snafuprinzip 03. Jan 2012

Hallo, wenn ich das richtig verstanden habe wird der reguläre Zugriff auf die debug...

Der Kaiser! 02. Jan 2012

Ist das nicht DER ideale Platz um solche Schlüssel abzulegen?

Der Kaiser! 02. Jan 2012


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy Fold - Hands on (Ifa 2019)

Das Galaxy Fold scheint gerettet: Samsungs Verbesserungen zahlen sich aus, wie unser erster Test des Gerätes zeigt.

Samsung Galaxy Fold - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
WLAN-Kameras ausgeknipst
Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.
Von Moritz Tremmel

  1. Wi-Fi 6 Router und Clients für den neuen WLAN-Standard
  2. Wi-Fi 6 und 802.11ax Was bringt der neue WLAN-Standard?
  3. Brandenburg Vodafone errichtet 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots

Linux-Kernel: Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen
Linux-Kernel
Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

Bisher gilt Google als positive Ausnahme von der schlechten Update-Politik im Android-Ökosystem. Doch eine aktuelle Sicherheitslücke zeigt, dass auch Google die Updates nicht im Griff hat. Das ist selbst verschuldet und könnte vermieden werden.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Kernel Linux bekommt Unterstützung für USB 4
  2. Kernel Vorschau auf Linux 5.4 bringt viele Security-Funktionen
  3. Linux Lockdown-Patches im Kernel aufgenommen

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

    •  /