Abo
  • Services:
Anzeige
CCC-Sprecher Andreas Bogk
CCC-Sprecher Andreas Bogk (Bild: Jannis Andrija Schnitzer/CC BY-SA 2.0)

Andreas Bogk: "Die Website war schlicht schlecht gesichert"

CCC-Sprecher Andreas Bogk
CCC-Sprecher Andreas Bogk (Bild: Jannis Andrija Schnitzer/CC BY-SA 2.0)

Andreas Bogk ist bekannter Hacker, Sprecher des Chaos Computer Clubs - und als Stratfor-Kunde ein Opfer der Anonymous-Aktivisten. Im Interview prangert er "peinliche Fehler" des US-Unternehmens an und sagt, warum er von der Aktion nichts hält.

Handelsblatt: Über Weihnachten ist die US-Firma Stratfor Opfer eines Angriffs der Anonymous-Bewegung geworden. In den Medien wurde das Unternehmen meist als "Sicherheitsfirma" betitelt, teilweise war auch von einem Think Tank oder einer "Schatten-CIA" die Rede. Um was handelt es sich bei dieser Firma wirklich?

Anzeige

Andreas Bogk: Es handelt sich im Grunde genommen um einen privaten Nachrichtendienst - also so eine Art Nachrichtenagentur, die internationale Meldungen zu der politischen Lage analysiert und inhaltlich aufbereitet. Das sind also Leute, die sich mit verschiedenen Regionen und deren Machtstrukturen auskennen. Wenn dann so etwas passiert wie die Revolution in Ägypten oder etwas Ähnliches, sind sie die ersten, die eine Analyse dazu schreiben. Sie sagen, was die Hintergründe und die Fraktionen sind. Im Prinzip also eine Art täglicher Nachrichtendienst.

Handelsblatt: Warum wurde ausgerechnet Stratfor Ziel einer Attacke von Anonymous?

Bogk: Das ist schwer zu sagen. Stratfor hat sich unbeliebt damit gemacht, dass sie für viele brisante Informationen die entsprechenden Hintergründe und Informationen geliefert haben. Es ist also nicht unbedingt gesichert, dass es wirklich eine Anonymous-Aktion war. Es ist zwar vorstellbar, dass bei Anonymous die Vorstellung herrscht "da sind die bösen Geheimdienste Kunde, das muss also auch ein böses Unternehmen sein". Es kann aber auch sein, dass dort eher eine Gelegenheit ausgenutzt wurde: Die Website war schlicht schlecht gesichert. Vielleicht suchte man eine Ausrede, um die Gelegenheit auch noch in einen politischen Kontext zu stellen. Es ist aber auch denkbar, dass es jemand war, der Stratfor schaden will und den Angriff Anonymous angehängt hat.

Handelsblatt: Was hat Stratfor falsch gemacht?

Bogk: Man muss schon sagen, dass es ganz schön peinlich ist, dass Stratfor die Kreditkartennummern unverschlüsselt in der Datenbank gespeichert hat. Die Passwörter wurden zwar per Hashing verschleiert - aber so, dass eine Attacke per Wörterbuch möglich war. Die einzige noch schlechtere Variante wäre gewesen, die Passwörter im Klartext zu speichern.

Handelsblatt: Auch bei Sony war es ähnlich - Passwörter und Kreditkarteninformationen wurden unverschlüsselt auf den Servern gespeichert. Wie erklären Sie sich ein solches Vorgehen?

Bogk: Ich nehme an, dass es eine Mischung aus Unverständnis über die Bedrohungslage ist und möglicherweise der Behauptung des technischen Dienstleisters, dass alles in Ordnung ist. Es gibt ja den PCI-DSS-Standard zum Umgang mit Kreditkarteninformationen. Wäre der Standard eingehalten worden, wären die Auswirkungen weniger heftig gewesen.

Das viel größere Problem meiner Meinung nach - und vielleicht sollen die Kreditkarten auch davon ablenken - sind die 200 Gigabyte E-Mails, die von den Stratfor-Mitarbeitern eingesammelt wurden. Denn die enthalten natürlich Informationen über die Informanten und Hintermänner von Stratfor. Das ist für mich der wesentlich brisantere Datensatz.

Warum Bogk nichts von der Anonymus-Aktion hält 

eye home zur Startseite
Dhakra 04. Jan 2012

Selbst so eine billige "Verschlüsselung" wie: $cryptMe = str_replace('1', 19...

boecko 03. Jan 2012

hups % curl -i http://www.ccc.de HTTP/1.1 200 OK Date: Tue, 03 Jan 2012 09:02:20...

dependent 31. Dez 2011

Der CCC ist der Tod oder der CCC ist tot?



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Technische Universität Hamburg, Hamburg
  2. Apex Tool Holding Germany GmbH & Co. KG, Westhausen, Besigheim
  3. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  4. Robert Bosch Start-up GmbH, Renningen


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Assassin´s Creed Origins gratis downloaden
  2. 89,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis ca. 140€)
  3. und Destiny 2 gratis erhalten

Folgen Sie uns
       


  1. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  2. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  3. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  4. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  5. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  6. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  7. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe

  8. Boston Dynamics

    Humanoider Roboter Atlas macht Salto rückwärts

  9. Projekthoster

    Github zeigt Sicherheitswarnungen für Projektabhängigkeiten

  10. Sicherheitslücke bei Amazon Key

    Amazons Heimlieferanten können Cloud Cam abschalten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Kameras im Test: Die beste Kamera ist die, die man dabeihat
Smartphone-Kameras im Test
Die beste Kamera ist die, die man dabeihat
  1. Smartphone Neues Oneplus 5T kostet weiterhin 500 Euro
  2. Mini-Smartphone Jelly im Test Winzig, gewöhnungsbedürftig, nutzbar
  3. Leia RED verrät Details zum Holo-Display seines Smartphones

Xbox One X im Test: Schöner, schwerer Stromfresser
Xbox One X im Test
Schöner, schwerer Stromfresser
  1. Microsoft Xbox-Software und -Services wachsen um 21 Prozent
  2. Microsoft Xbox One emuliert 13 Xbox-Klassiker
  3. Microsoft Neue Firmware für Xbox One bietet mehr Übersicht

Doom-Brettspiel-Neuauflage im Test: Action am Wohnzimmertisch
Doom-Brettspiel-Neuauflage im Test
Action am Wohnzimmertisch
  1. Doom, Wolfenstein, Minecraft Nintendo kriegt große Namen
  2. Gamedesign Der letzte Lebenspunkt hält länger

  1. VW am ehesten zuzutrauen

    xxsblack | 14:55

  2. Re: Recht hatter..

    chellican | 14:53

  3. weitere Milliarden?

    captainhero | 14:52

  4. Re: Was von Poettering als "Scheiße" bezeichnet...

    FreiGeistler | 14:47

  5. Re: Assistenten

    PiranhA | 14:45


  1. 13:36

  2. 12:22

  3. 10:48

  4. 09:02

  5. 19:05

  6. 17:08

  7. 16:30

  8. 16:17


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel