Abo
  • Services:

Kino.to-Prozess: Kein Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen

Nutzer von Streamingplattformen laden dort zeitweise auch illegale Filmkopien herunter. Diese Ansicht vertrat der Richter bei der vierten Verurteilung von Beschäftigten von Kino.to.

Artikel veröffentlicht am ,
Frühere Homepage von Kino.to
Frühere Homepage von Kino.to (Bild: Kino.to)

Der Leipziger Amtsrichter Mathias Winderlich hat bei der vierten Kino.to-Verurteilung das Streaming von illegalen Filmkopien mit dem Herunterladen gleichgesetzt. Illegale Streaming-Portale erzeugten eine Situation, in der massenhaft Straftaten begangen würden, so Winderlich nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die bei der Verhandlung als Zuhörer anwesend war.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Schwieberdingen
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen

Der Richter betonte in der Urteilsbegründung, dass beim Nutzen von Streaming-Plattformen eine Verbreitung und Vervielfältigung stattfinde. Mit dem Begriff "Vervielfältigen" habe der Gesetzgeber das "Herunterladen" gemeint. Dazu gehöre auch das zeitweilige Herunterladen. Nichts anderes finde beim Streaming statt: Es würden Datenpakete sukzessive heruntergeladen. Dies sei eine sukzessive Vervielfältigung. Jeder Nutzer von illegalen Streaming-Portalen müsse sich bewusst sein, dass dahinter eine Vervielfältigungshandlung stehen könne, so Winderlich.

Am 21. Dezember 2011 wurde ein weiterer Kino.to-Mitarbeiter verurteilt. Der 47-jährige erhielt 3 Jahre und 5 Monate Haft. Das Urteil erging nicht auf Bewährung und ist rechtskräftig. Weder Verteidigung noch Staatsanwalt wollten Rechtsmittel einlegen, so eine GVU-Sprecherin zu Golem.de.

Der Verurteilte, der zuerst als kleiner Internet Service Provider (ISP) in Sachsen selbstständig war, sei für das Anmieten und die technische Betreuung von Servern für Kino.to im Ausland zuständig gewesen. Zudem habe er einen Kino.to-eigenen Filehoster betrieben, auf dem zuletzt Kopien von 10.754 unterschiedlichen Filmtiteln gespeichert gewesen seien. Mit Onlinewerbung, meist für Abofallen, und Angeboten für schnellere Downloadgeschwindigkeiten wurden von Kino.to Millionen Euro verdient. Der in Köln geborene Angeklagte soll seit 2008 Einnahmen von mehr als 630.000 Euro erzielt haben. Etwa die Hälfte konnte er als Gewinn verbuchen. Er habe am Anfang gedacht, er handele in einer Grauzone, sagte der Verurteilte.

Im Juni 2011 hatte die Ermittlungseinheit INES deutschlandweit rund 20 Wohnungen und Geschäftsräume der mutmaßlichen Kino.to-Betreiber und Rechenzentren durchsucht und das Portal offline genommen. Zeitgleich erfolgten Durchsuchungen in Spanien und Frankreich. 13 Beschuldigte wurden festgenommen. Die Plattform Kino.to hatte etwa vier Millionen Nutzer täglich. Das Verfahren gegen den Hauptbeschuldigten hat noch nicht stattgefunden.



Anzeige
Top-Angebote

N17 28. Mai 2013

Die massive "Raubkopierer sind Verbrecher"-Kampagne und ähnliche Aktionen schon in den...

__destruct() 30. Dez 2011

Dann werden in jeden Streaming-Server halt DVD-Laufwerke eingebaut, in denen originale...

tpunkterror 26. Dez 2011

Genau das habe ich ja gesagt. Was du allerdings nicht zu sehen scheinst ist, dass wenn...

eddiepoole 25. Dez 2011

über 10 jahre vergewaltigt zu werden ist schon was sehr deutlich anderes als ein...

__destruct() 25. Dez 2011

Ich sehe mal von ein paar Missverständnissen ab und schicke dir einen Link bzgl. dem...


Folgen Sie uns
       


Amazons Fire HD 10 Kids Edition - Hands on

Das Fire HD 10 Kids Edition ist das neue Kinder-Tablet von Amazon. Das Tablet entspricht dem normalen Fire HD 10 und wird mit speziellen Dreingaben ergänzt. So gibt es eine Gummiummantelung, um Stürze abzufangen. Außerdem gehört der Dienst Freetime Unlimited für ein Jahr ohne Aufpreis dazu. Das Fire HD 10 Kids Edition kostet 200 Euro. Falls das Tablet innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf kaputtgeht, wird es ausgetauscht.

Amazons Fire HD 10 Kids Edition - Hands on Video aufrufen
Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

    •  /