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Telepräsenz: Oculus verwandelt Netbook in mobilen Roboter

Der Kanadier Colin Adamson bietet über Kickstarter einen selbst entwickelten Telepräsenzroboter an. Oculus ist eine Plattform, auf die ein Netbook aufgesetzt wird. Der Roboter wird über einen Webbrowser oder ein Smartphone ferngesteuert.
/ Werner Pluta
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Oculus: mobiles Netbook (Bild: Xaxxon)
Oculus: mobiles Netbook Bild: Xaxxon

Mach einen Telepräsenzroboter aus deinem Netbook, schlägt Colin Adamson vor – mit dem von ihm entwickelten Oculus Telepresence Robot(öffnet im neuen Fenster) . Das sei ein motorisiertes Gestell, das aus einem Netbook einen mobilen Roboter mache, beschreibt der Kanadier.

Oculus – Telepräsenz-Roboter aus einem Netbook
Oculus – Telepräsenz-Roboter aus einem Netbook (03:25)

Oculus besteht aus einem Chassis, auf dem das aufgeklappte Netbook platziert wird. Das Chassis hat vier Räder und einen Antrieb, damit der Roboter mobil wird. Für die Video- und Audiokommunikation nutzt der Roboter Kamera, Mikrofon und Lautsprecher des Netbooks. Vor dessen Kamera sitzt ein Aufbau aus schwenkbaren Spiegeln. Diese periskopartige Konstruktion eröffnet dem Nutzer einen größeren Blickwinkel.

Auf Patrouille

Außer zur Kommunikation könne der Netbook-Roboter auch zur Überwachung eingesetzt werden, sagt Adamson. Damit sich dieser bei Nacht zurechtfindet, bietet Adamson optional einen Frontscheinwerfer mit Leuchtdioden an. An einer Ladestation kann der Roboter nach längerem Patrouilleneinsatz seinen Akku wieder füllen. Er steuert diese automatisch an.

Eine eigene Software ist nicht nötig, um den Roboter aus der Ferne zu bedienen – er wird über einen Webbrowser gesteuert. Allerdings bietet Adamson auch eine App für Android- und iOS-Geräte an. Damit kann der Roboter auch durch Bewegungen wie Kippen oder durch Gesten auf dem Touchscreen gesteuert werden.

Open-Source-Roboter

Das Projekt ist quelloffen: Der Mikrocontroller(öffnet im neuen Fenster) , der eigens für Oculus entwickelt wurde, ist mit dem Arduino Duemilanove kompatibel. Die Software ist ebenfalls Open Source. Das bedeutet, Nutzer können den Oculus für ihre eigenen Zwecke anpassen. Derzeit arbeitet die Software allerdings nur mit den Windows-Versionen XP, Vista und 7.

Das Chassis besteht aus über 40 Kunststoffteilen, die mit einem Laser ausgeschnitten werden. Auf den Oculus passen(öffnet im neuen Fenster) fast alle Netbooks mit einem 10-Zoll-Bildschirm, desgleichen kleinere Geräte. Auch Laptops mit 11 Zoll großen Displays können auf das Chassis aufgesetzt werden. Hier kommt es aber auf das Gewicht an: Sie müssen weniger als 2,5 Kilogramm wiegen.

Luxusversion aus Holz

Adamson vertreibt sein Produkt über sein Unternehmen Xaxxon(öffnet im neuen Fenster) . Derzeit kann Oculus über die Website Kickstarter bestellt(öffnet im neuen Fenster) werden. Den vollständigen Oculus in der Grundausstattung gibt es für 225 US-Dollar – er soll später 270 US-Dollar kosten. Für den Preis bietet Adamson jetzt die Version mit dem Frontscheinwerfer. Für 314 US-Dollar erhält der Käufer zum Oculus dazu noch Roborealm, eine Software für maschinelles Sehen. In der 420 US-Dollar teuren Luxusausführung schließlich ist Oculus nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz.

Anfang des Jahres hatten zwei Informatiker an der Fachhochschule in Gelsenkirchen ebenfalls einen Telepräsenzroboter im Eigenbau vorgestellt. Der bestand aus einem Notebook, das auf einen Staubsaugerroboter montiert wurde.


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