2012: Die Digitalkamera-Revolution verzichtet auf hohe Auflösungen

2012 soll bringen, was 2011 gefehlt hat: Viele Innovationen sind zu erwarten, wenn neue Auflösungsgrenzen durchbrochen werden und noch lichtempfindlichere Kameras auf den Markt kommen. Doch die revolutionärste Kamera des neuen Jahres hat eine eher bescheidene Auflösung.

Artikel veröffentlicht am ,
2012 wird ein besseres Jahr für Digitalkameras.
2012 wird ein besseres Jahr für Digitalkameras. (Bild: Mikel Ortega/CC BY-SA 2.0)

Nichts Geringeres als eine Revolution der Fotografie steht mit der Einführung der ersten Lichtfeldkamera an. Die kastenförmige Lytro soll Anfang 2012 in den Handel kommen. Ihr fehlt fast alles, was moderne Digitalkameras auf den ersten Blick immer haben. Es gibt keinen Autofokus, die Lytro nimmt keine Videos auf, das Gehäuse ist nicht besonders hübsch und das Display gerade einmal 33 mm groß. Dazu kommt, dass die Auflösung der Bilder mit ungefähr 540 x 540 Pixeln nur ein bescheidenes Niveau erreicht.

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Dafür kann die Lytro etwas, was bislang keine einzige Kamera kann: Sie kann die Fotos nach der Aufnahme auf jeden beliebigen Punkt des Bildes scharf stellen. Dafür ist nur ein Mausklick nötig. Möglich macht das eine Technik, die auch die Tiefeninformationen des Bildes aufzeichnet. Wenn diese Technik weiterentwickelt wird, dürfte auch hier die Auflösung bald steigen, und eine bessere Prozessor-Rechenleistung könnte auch Videoaufnahmen ermöglichen.

DSLRs erreichen Mittelformatauflösungen

Der Megapixel-Wettbewerb wird 2012 durch neue Spitzenleistungen der Halbleiterindustrie wieder angefacht. So soll zum Beispiel Nikon mit der D800 eine Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor auf den Markt bringen, die auf 36 Megapixel Auflösung kommen soll. Derart hohe Auflösungen sind derzeit noch sperrigen Mittelformatkameras vorbehalten.

Frisch aus der Gerüchteküche ist außerdem die Nikon D4, die mit angeblich ISO 204.800 und 11 Bildern pro Sekunde die Profifotografen ansprechen soll. Marktführer Canon wird dem sicherlich etwas entgegensetzen. Sony, Pentax und vielleicht auch Olympus werden durch diese Entwicklung ebenfalls angespornt, ihrerseits die Auflösung und Lichtempfindlichkeit zu erhöhen.

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Die Kompaktkameras werden die großen Verlierer des Jahres 2012, weil sie bei vielen Anwendern schlicht zu überflüssigen Zweitgeräten mutieren. Die Digitalkameras einiger Smartphones sind bereits so gut, dass sie das Niveau mittlerer Kompaktkameras erreichen. Doch das Wichtigste sind die Möglichkeiten, die das Smartphone dem Fotografen nach der Aufnahme bietet.

Spitzenfotografin empfiehlt Smartphone als Schnappschusskamera

Annie Leibovitz, eine der bestbezahlten Fotografinnen der Welt, empfahl in einer US-Talksendung das iPhone 4S als beste Kamera für Schnappschüsse. Zwar entstünden durch die Verschlusszeiten viele Fotos mit Bewegungsunschärfen, aber das passiere auch mit anderen Modellen, so Leibovitz. Die Bilder können zudem mit Myraden von Apps wie Instagram direkt in den Smartphones bearbeitet, per E-Mail über das Mobilfunknetz verschickt oder auf Fotowebsites hochgeladen werden. Diese Fähigkeiten fehlen in ihrer Gesamtheit allen anderen Kameras auf dem Markt. Die traditionellen Kamerahersteller werden sich etwas einfallen lassen müssen, diesen Trend zu kontern.

Canon bleibt dem Evil-Markt fern

2011 war das Jahr, in dem die sogenannten Evil-Kameras (Electronic Viewfinder Interchangeable Lens) ihren großen Auftritt hatten. Manche Hersteller bieten die spiegellosen Systemkameras nun schon in der dritten Generation an und selbst Marktschwergewicht Nikon ist nun neben Pentax in diesen vielversprechenden Markt eingestiegen. Canon fehlt auffälligerweise und will vielleicht erst einmal abwarten, wie sich Erzkonkurrent Nikon mit den V-Kameras schlägt. Echte Innovationen außer der Erhöhung von Auflösungen von Sensoren und Suchern dürften spärlich ausfallen. Vielleicht traut sich in diesem Segment ein Hersteller an eine Kamera mit UMTS-Modul heran, damit Fotos direkt per E-Mail verschickt oder auf Server kopiert werden können. Angesichts der großen Datenmengen wären auch Schnittstellen wie Fast-Ethernet und USB 3.0 gern gesehen.

Ausblick

2011 war aufgrund der großen Umweltkatastrophen in Japan und Thailand für die Kameraindustrie ein hartes Jahr. Nicht nur Produktions-, sondern auch Entwicklungskapazitäten gingen verloren und müssen erst mühsam wieder aufgebaut werden. 2012 dürfte ein Großteil davon wiederhergestellt sein und sich der Entwicklungsstau in vielen neuen Kameras entladen. Für Kamerafreunde sind das gute Aussichten.

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ad (Golem.de) 03. Jan 2012

Nun zum einen ist das betriebswirtschaftlich begründet weil Vollformatsensoren einfach...

ad (Golem.de) 03. Jan 2012

Das nennt sich Tethering und bedeutet, dass die Kamera zum Beispiel per USB mit dem...

cware 02. Jan 2012

Super Argumentationslinie... wenn die Frage nach der Alltagsknipse doch nur von ihr...

Sheldor 02. Jan 2012

Höchstwarscheinlich kommen nächstes Jahr die 5D MKIV und die 7D MKII raus. Zudem wird...

der_Volker 01. Jan 2012

Es kann sein, dass sie sich für die technischen Daten überhaupt nicht interessiert...



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