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2011: @Leser - bitte beachten!

Ijon Tichy, Roboterregatten und ein verkannter Unix-Pionier: Manche Artikel, die uns wichtig waren, sind 2011 in der Masse der Nachrichten einfach untergegangen. Hier kann das Verpasste nachgeholt werden.
/ Andreas Sebayang
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Segelroboter auf der Wakenitz in Lübeck (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Segelroboter auf der Wakenitz in Lübeck Bild: Werner Pluta/Golem.de

An manchen Tagen – besonders, wenn Messen sind oder mehrere wichtige Produkte vorgestellt werden – ist einfach so viel los, dass nicht alle Artikel die Aufmerksamkeit finden, die sie unserer Meinung nach verdient haben. Zum Jahresende wollen wir deshalb noch einmal auf einige dieser Artikel hinweisen.

Reportagen...

In diesem Jahr haben wir einige Reportagen produziert. Eine von ihnen rutschte fast unbemerkt durch: Unser Besuch bei der Roboterregatta war darunter. Wer sich jetzt vorstellt, dass Schiffe auf hoher See mit menschlich aussehenden Robotern gegen oder auch mit dem Wind segeln, liegt ein wenig daneben. Die so wohlklingende Micro-Magic-Klasse ist gerade mal einen halben Meter lang. Die Microtransat-Klasse ist mit vier Metern Rumpflänge eigentlich schon nicht mehr "micro", aber im Vergleich zu vielen Segelbooten trotzdem noch klein.

Diese Geräteklassen haben dann auch ihre ganz eigenwilligen Probleme und Besonderheiten, von denen wir dank engem Kontakt mit den Bootsbesitzern berichten konnten.

World Robotic Sailing Championship 2011
World Robotic Sailing Championship 2011 (09:00)

Ebenfalls zu den weitgehend übersehenen Reportagen gehört unser Besuch bei Horst Zuse , dem Sohn des berühmten Konrad Zuse, der den Z3 konstruiert hat. Für unsere jüngeren Leser: Damit ist kein Auto gemeint, sondern einer der ersten Computer auf unserem Planeten. Diese Rechenmaschine wurde immerhin vor mehr als 70 Jahren erfunden und Konrad Zuses Sohn hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie nachzubauen.

Horst Zuse zeigt den Nachbau der Z3
Horst Zuse zeigt den Nachbau der Z3 (08:56)

Das ist natürlich keine einfache Aufgabe und in keiner Weise mit dem Zusammenschrauben heutiger Desktoprechner zu vergleichen, denn die Innereien eines Computers, die heutzutage mit bloßem Auge nicht einmal mehr erkennbar sind, baute Zuse im vor 70 Jahren üblichen Großformat zusammen.

Da Reportagen sehr aufwendig und deshalb meistens nicht tagesaktuell sind, kann man sie auch später noch gut lesen. Sie sind in unserem Special Golem.de-Reportage zu finden.

... Interviews und ...

Nicht nur Reportagen gehören für den Redakteur zu den Textarten, die nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Spaß machen. Auch Interviews können interessante Geschichten zutage fördern. Mit einer gehörigen Portion Hintergrundwissen haben die Kollegen sich des Themas Ijon Tichy angenommen und Oliver Jahn und Nora Tschirner zur neuen Staffel des Raumpiloten ausführlich befragt . Mit Ijon Tichy haben wir uns schon häufiger in unserer Fernsehvorschau Golem.de guckt beschäftigt, so dass wir natürlich erfreut waren, als wir die beiden Schauspieler zu einem Videointerview überreden konnten.

Oliver Jahn und Nora Tschirner über Ijon Tichy
Oliver Jahn und Nora Tschirner über Ijon Tichy (03:56)

Die irische Sicherheitsexpertin Sharon Conheady erklärte uns in Wien im Interview, wie einfach es ist, jemanden übers Ohr zu hauen . Weniger salopp formuliert ging es um Social Engineering, ein beliebtes und erstaunlich weites Feld, mit dem Betrüger viel Geld verdienen können. Dazu sind nicht unbedingt E-Mails wie die der Nigeria-Connection nötig. Mitunter ist es viel einfacher, in ein Unternehmen einzudringen. Zum Beispiel als Pizzabote, der die Lieblingspizza des Administrators vorbeibringt.

Vielleicht fragt sich der Leser, woher der Betrüger weiß, welche Pizza der Administrator am liebsten isst? Früher kramte ein Betrüger im Mülleimer, um an Informationen über sein Opfer zu kommen. Heutzutage stöbert er in Facebook. Der Titel des Interviews lautet deshalb: Facebook ersetzt die Mülltonne .

... Personen, die nie vergessen werden sollten

Während der Tod von Steve Jobs sehr viel Aufmerksamkeit erregte, stieß das Hinscheiden eines Unix-Pioniers auf nur wenig Interesse. Mitte Oktober 2011 ist Dennis MacAlistair Ritchie gestorben , der sogar bei unseren Lesern weniger bekannt ist, als er es verdient hat. MacAlistair Ritchie ist einer der beiden Erfinder der Programmiersprache C und zudem einer der beiden Entwickler des ersten Unix-Systems. Damit sind seine Arbeiten wichtige Grundlagen für moderne Rechner, wie wir sie heute kennen. Um sein Lebenswerk zu ehren, meldeten sich am 13. Oktober 2011 fast alle Programmiersprachen mit "Hello World" . Der Satz wurde durch ein Programmierbeispiel in dem Buch "The C Programming Language" berühmt, das Ritchie zusammen mit seinem Kollegen Brian Kernighan geschrieben hat.


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