Trends für 2016: Bei Gedanken Anruf
Im Jahr 2016 werden wir unseren Strom selbst produzieren, wir können Gedanken lesen, müssen uns aber keine Passwörter mehr merken. Ach ja: Spam enthält dann relevante Informationen. Das sind Entwicklungen, die nach Ansicht von IBM durch den technischen Fortschritt in den kommenden fünf Jahren möglich werden.
Strom erzeugen beim Spazierengehen
Fortschritte in der Energietechnik, vor allem beim sogenannten Energy Harvesting und bei den Akkus, sollen Kraftwerke in Zukunft teilweise überflüssig machen. Wir werden, glauben die IBM-Wissenschaftler, den Strom für unseren Haushalt selbst erzeugen. Und nicht nur dafür: Auch die Arbeitsstelle und sogar zum Teil die Stadt soll mit selbst gemachtem Strom betrieben werden.

Wie? Durch Tätigkeiten, die wir sowieso jeden Tag durchführen: Gehen, Laufen oder Fahrradfahren etwa. Die dabei freigesetzte Energie wird in Akkus gespeichert und dann ins Netz eingespeist. Eine andere Möglichkeit sei, die Abwärme des Computers in elektrische Energie zu wandeln. Selbst die Wasserrohre ließen sich zur Stromerzeugung heranziehen.
Im großen Maßstab erforschen IBM-Wissenschaftler die Möglichkeit, die elektrische Energie aus den Wellen der Meere zu gewinnen.
Biometrie statt Passwörter
Wer viele Nutzerkonten hat, kennt das Leid: Bei jeder Einwahl wird das Passwort abgefragt. Manche lassen sich im Browser speichern. Andererseits: Wenn der mobile Rechner in falsche Hände gerät, könnte ein Unbefugter Zugriff auf vertrauliche Daten oder das Bankkonto bekommen. Da bleibt nur, Passwörter umständlich neu einzutippen. Sich viele verschiedene Passwörter merken zu müssen, ist aber unbequem.
Kein Problem, sagen die IBM-Vordenker: In den kommenden Jahren werden sich biometrische Techniken so verbreiten, dass die Eingabe von PINs oder Passwörtern nicht mehr nötig sein wird. Das Muster der Retina, die Form des Gesichts oder die Stimme schützen dann die Daten. Meist in Kombination: Multifactor Biometrics, also mehrere Merkmale sollen abgefragt werden, und zwar in Echtzeit.
Das Smartphone weiß, was du denkst
Was denkt das Gegenüber gerade? Es ist schwer zu sagen, was im Kopf eines Menschen vorgeht. Forscher sind aber dabei, die Gedanken zu lesen und zu entschlüsseln.
Das ist bereits heute keine Science-Fiction mehr: Forscher an der Universität im schweizerischen Lausanne etwa entwickeln zusammen mit dem japanischen Autohersteller Nissan eine Gehirn-Computer-Schnittstelle für Autofahrer : Das System erkennt die Absicht eines Fahrers, ein Manöver, etwa eine Notbremsung durchzuführen, und kann es früher einleiten. Forscher in Berlin und Braunschweig können über solche Datenkappen Autos steuern. US-Forschern ist es sogar schon gelungen, mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) ein Bild, das ein Mensch gesehen hat, durch die Veränderungen im Blutfluss der für das Sehen zuständigen Hirnareale zumindest rudimentär zu rekonstruieren .
Anwendungen gibt es viele – in der Medizin ebenso wie in der Spieleindustrie. IBM-Entwickler arbeiten aber auch an Anwendungen für den Alltag. So könnte es ausreichen, daran zu denken, eine bestimmte Person anzurufen, und das Smartphone stellt die Verbindungen her. In fünf Jahren sollen erste einfache Anwendungen, die eine Verbindung zwischen Gehirn und einem Gerät herstellen, verfügbar sein.
Internet für alle
Dank mobiler Endgeräte, die immer weniger kosten, wird es in fünf Jahren praktisch keinen Digital Divide mehr geben: Dann soll es weltweit etwa 5,6 Milliarden solcher Geräte geben, was bedeutet, dass 80 Prozent der Weltbevölkerung dann Zugang zum Internet haben. Auch Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sollen dann das Internet nutzen: Sprachein- und -ausgabesysteme sollen ihnen das ermöglichen.
Der Zugang zu digitalen Informationen soll vor allem in weniger entwickelten Ländern dazu führen, dass die Menschen bessere Geschäfte machen können und sich die medizinische Versorgung verbessert.
Spam ade
Davon träumen Internetnutzer: Keine sinnlosen Mails füllen mehr den elektronischen Briefkasten. Stattdessen bekommen die Nutzer nur noch relevante Mails zu sehen. Genau das sagt IBM für das Jahr 2016 voraus: Dann seien die Spamfilter und Agentenprogramme so gut, dass sie Nachrichten und Informationen vorsortieren.
So soll die Software beispielsweise erkennen, wann die Lieblingsband in der Nähe gastiert und eine Eintrittskarte reservieren. Oder sie plant eine Reiseroute um, wenn laut Wettervorsage für die eigentlich gewählte Strecke schlechte Konditionen wie etwa Sturm herrschen sollen.
Ob die Vorhersagen, die IBM-Vordenker im Blog A Smarter Planet gemacht haben(öffnet im neuen Fenster) , eintreffen? Im Jahr 2016 werden wir es sehen. IBM veröffentlicht seit 2006 jeweils zum Jahresende die Prognose "Five-in-Five" – wenn auch, wie das Unternehmen selbst zugibt, oft zugespitzt. Die Prognosen beziehen Entwicklungen des Marktes, gesellschaftliche Trends sowie die Arbeiten in den eigenen Entwicklungsabteilungen mit ein.
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