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Grundverschlüsselung: "Auch Kabel Deutschland sollte umdenken"

Kabel Deutschland soll private FreeTV-Programme nicht mehr verschlüsseln, fordert der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, Andreas Fischer.
/ Robert A. Gehring
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Kabelfernsehen in Deutschland soll einfacher und billiger werden. (Bild: Kabel Deutschland)
Kabelfernsehen in Deutschland soll einfacher und billiger werden. Bild: Kabel Deutschland

Kabelfernsehen in Deutschland soll einfacher und billiger werden, findet Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM). Die Grundverschlüsselung an sich kostenloser Fernsehprogramme durch Betreiber von Kabelnetzen sei ein "Irrweg" . An die Adresse von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland, richtete die NLM gestern die Forderung, diesen Weg endlich aufzugeben.

In einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) der NLM heißt es dazu: "Nach der heutigen Freigabeentscheidung des Bundeskartellamts zur Übernahme der Kabel BW durch Liberty Global und der damit verbundenen Zusage, die Grundverschlüsselung privater Programme aufzugeben, appelliert die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) an Kabel Deutschland, ihre Grundverschlüsselung privater FreeTV-Programme in SD-Qualität ebenfalls zu beenden."

Die Grundverschlüsselung habe "bisher verhindert, dass Kabelkunden mit modernen Flachbildfernsehern private FreeTV-Programme problemlos und ohne Zusatzkosten empfangen können" , sagte NLM-Direktor Fischer.

Das Bundeskartellamt hat Unitymedia, einer Tochter des US-Unternehmens Liberty Global, gestern die Übernahme von Kabel Baden-Württemberg für 3,2 Milliarden Euro genehmigt.

Erst Anfang November hatte sich Unitymedia gegenüber dem Bundeskartellamt bereiterklärt, im Gegenzug für die Genehmigung die sogenannte Grundverschlüsselung aufzugeben. Zusätzlich wird Unitymedia teilweise auf Exklusivitätsansprüche gegenüber Kunden verzichten.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, erklärte(öffnet im neuen Fenster) zur Erteilung der Übernahmeerlaubnis: "Die Freigabe konnte nur aufgrund von weitreichenden Zusagen der Unternehmen erteilt werden. Hier sehen wir die Chance für mehr Wettbewerb auf den Kabelmärkten. Durch die Verpflichtung, große langfristige Verträge mit der Wohnungswirtschaft zu öffnen und weitere vertragliche Rechte sowie die Grundverschlüsselung digitaler FreeTV-Programme aufzugeben, werden die negativen Auswirkungen des Zusammenschlusses kompensiert."

Unitymedia erreicht durch die Übernahme von Kabel Baden-Württemberg die Marktführerschaft in Deutschland. Zuvor hatte das Kartellamt die angestrebte Komplettübernahme von Kabel Deutschland durch Unitymedia abgelehnt.


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