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Nicholas Negroponte: Tablet-Abwurf startet im Januar

Im Januar 2012 soll das neue Projekt der Stiftung OLPC starten: Bildungstablets sollen aus Hubschraubern abgeworfen werden. Nicholas Negroponte hat einige Details verraten.

Artikel veröffentlicht am ,
Nicholas Negroponte (2007): Prüfung der Bildung nach zwei Jahren
Nicholas Negroponte (2007): Prüfung der Bildung nach zwei Jahren (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Kürzlich erregte Nicholas Negroponte Aufsehen mit einer Idee, die neuen Bildungsrechner der von ihm gegründeten Stiftung One Laptop Per Child (OLPC) in der Nähe von abgelegenen Dörfern aus Hubschraubern abzuwerfen. In einem Interview mit dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist hat der Internetpionier Details zu seinem Vorhaben verraten.

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Losgehen soll es schon im kommenden Monat, sagte Negroponte. Am 1. Januar 2012 werde ein "Pre-Pilot" starten. Das bedeutet, der Versuch werde klein ausfallen. Die Computer sollen nicht einfach nur abgeworfen werden, sondern es werde "eine geringe Einmischung geben", um die Reaktion der Kinder zu beobachten. Ziel sei, für spätere Abwürfe zu lernen.

Amtssprache Englisch

Infrage kommen kleine Dörfer in den afrikanischen Ländern Sierra Leone, Tansania und Liberia sowie Indien. Grund für die Auswahl sei, dass dort Englisch gesprochen werde - Englisch als Amtssprache sei Voraussetzung. "Wir wissen, wie Kinder englisch lernen und wollen uns noch nicht mit der Komplexität anderer Sprachen auseinandersetzen." Die Computer sind für Kinder im Alter zwischen fünf und acht Jahren gedacht. Die Nutzeroberfläche sei für diese Altersstufe gestaltet, sagte Negroponte.

Gefragt, wie OLPC den Erfolg abschätzen wolle, sagte Negroponte, die Nichteinmischung beziehe sich nur auf den Umgang mit den Geräten. "Diese Einschränkung gilt nicht, wenn es darum geht, die Ergebnisse zu überprüfen." Nach Ende des zweijährigen Experiments sollen Pädagogen in die Dörfer gehen und herausfinden, was die Kinder mit Hilfe der Rechner gelernt haben. Außerdem sollen die Rechner vereinzelt Daten an OLPC senden, so dass auch schon während des Experiments Bewertungen möglich seien.

XO-3-Tablet

Die Computer, die Negroponte per Hubschrauber verteilen will, bilden die neue Generation der Bildungsrechner, die Tablets XO-3. Sie werden einen modifizierten, 10 Zoll großen Pixel-Qi-Bildschirm haben, der auch im direkten Sonnenlicht gut lesbar sein soll. Das Display soll in zwei Modi arbeiten, einem farbigen Multimedia- und einem schwarz-weißen E-Reader-Modus.

Die Tablets werden durch Solarzellen sowie durch eine Handkurbel mit Strom versorgt. Entsprechend wichtig ist, die Leistungsaufnahme des Geräts möglichst gering zu halten. Im E-Reader-Modus soll diese beispielsweise stark reduziert werden. Gebaut werden die Tablets vom US-Hersteller Marvell. Die Geräte sollen so robust sein, dass sie auch einen Fall aus gut zehn Metern Höhe unbeschadet überstehen sollen.

Tablet statt Flasche

Inspiriert habe ihn die 80er-Jahre-Komödie Die Götter müssen verrückt sein, in der ein afrikanischer Stamm eine Coca-Cola-Flasche findet, die aus einem Flugzeug abgeworfen wurde, sagte Negroponte, als er die Idee Anfang November 2011 vorstellte.

Die Idee ist, dass die Tablets aus einem Hubschrauber in der Nähe eines Dorfes abgeworfen werden. Die Kinder sollen sie finden, einschalten und auch ohne Anleitung damit arbeiten können. Dass ein solcher Ansatz funktioniert, hat das Projekt Hole in the Wall gezeigt, das die Bildungsforscherin Sugata Mitra 1999 in Indien durchführte: Sie stellte in einem Slum in Neu Delhi internetfähige Computer auf. Kinder, die noch nie zuvor mit Computern in Berührung gekommen waren, brachten sich in kurzer Zeit selbst bei, ihn online zu bringen und im Internet zu surfen. Mitra gehört inzwischen zum Team von OLPC.

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redwolf 16. Dez 2011

So dämlich ist ja keiner.

Affenkind 16. Dez 2011

Kann man so eine Handkurbel bei Amazon bestellen? Bräuchte ich und kostet nicht mal...

thsths 16. Dez 2011

Mein Android-Tablet wird von einem dreijährigen belagert. Buttons, Icons und Task...

chuck 16. Dez 2011

Nicht einfach H2O, sondern pure Technik, eine Erfindung des Menschen. yummy

golämmchen 16. Dez 2011

Na die Kinder wollen das selbstverständlich in der Sonne machen, da es dort am wärmsten...


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