NTSB: US-Verkehrssicherheit will Freisprecheinrichtung verbieten
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB will das Verbot der Nutzung mobiler Endgeräte für Autofahrer verschärfen. Wie Deborah Hersman, die Chefin des National Transportation Safety Board, erklärte, sollen auch Freisprecheinrichtungen davon erfasst werden.
"Dies ist das Ergebnis der Untersuchung von Unfällen über einen Zeitraum von zehn Jahren, in denen Ablenkungen eine Rolle spielten", sagte Hersman der britischen Financial Times(öffnet im neuen Fenster). Dies sei vergleichbar mit dem Vorgehen gegen Trunkenheit am Steuer und der Einführung der Gurtpflicht. Die Empfehlungen der NTSB sind jedoch nicht bindend.
Im August 2010 verursachte ein Pickup-Fahrer in Gray Summit im US-Bundesstaat Missouri einen schweren Unfall, bei dem zwei Menschen getötet und 38 verletzt wurden, darunter auch viele Kinder aus zwei Schulbussen. Der Unfallfahrer hatte noch Minuten vor dem Zusammenstoß elf SMS geschrieben beziehungsweise erhalten.
Laut Angaben der Governors Highway Safety Association ist bereits in neun US-Bundesstaaten die Nutzung von Handys am Steuer untersagt, 35 Staaten haben SMS verboten. Ein Totalverbot für die Sprachtelefonie und das "Texten" gibt es bisher nur für neue Führerscheinbesitzer und Schulbusfahrer.
Hersman: "Es gibt eine Menge Leute, die sich davon in ihren persönlichen Rechten eingeschränkt fühlen. Wir glauben aber, dass die Sicherheit das Wichtigste ist: Ihre Handlungen betreffen nicht nur sie selbst, sondern haben Auswirkungen auf andere Menschen", sagte Hersman.
Der Verkehrsclub ADAC warnte vor Jahren bereits vor der Ablenkung der Autofahrer durch überfrachtete Navigationsgeräte. Auf Fahrten über Land oder auf Autobahnen könnten die vielfältigen Informationen, die die Geräte bieten, schnell ablenken. Dies könne zu großen, oft unterschätzten Gefahren im Straßenverkehr führen.
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