Stratolaunch: Riesenflugzeug als fliegende Raketenstartbasis

Stratolaunch heißt das neue Projekt von Paul Allen und dem Luft- und Raumfahrtingenieur Burt Rutan. Es sieht die Konstruktion eines Doppelrumpfflugzeugs mit insgesamt sechs Triebwerken einer Boeing 747 vor.

Wie das Wall Street Journal berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sollen auch andere Teile des Verkehrsflugzeugs für den Bau verwendet werden. Das Unternehmen Scaled Composites von Rutan soll das Flugzeug in Verbundwerkstoff-Bauweise(öffnet im neuen Fenster) herstellen, um Gewicht zu sparen.
Wetterunabhängige Satellitenstarts
Durch den Raketenstart in großer Höhe soll Treibstoff eingespart und größere Nutzlasten mit verhältnismäßig kleinen Raketen in den Orbit transportiert werden können. Das Flugzeug kann mit der Rakete rund 2.400 Kilometer weit fliegen, um den optimalen Startpunkt anzusteuern. So könnten Raketenstarts relativ unabhängig von den Wetterverhältnissen durchgeführt werden.
Auch das Trägerflugzeug Whiteknight Two von Scales Composites ist in Doppelrumpfbauweise gefertigt. Es soll das Raumflugzeug Spaceshiptwo auf eine Höhe von etwa 15 Kilometern transportieren.
Größtes Flugzeug der Welt
Die Flügelspannweite des Stratolaunch übertrifft mit rund 117 Metern jedes bislang gebaute Flugzeug. Das bisher größte Flugzeug der Welt, die Hughes H-4 Hercules(öffnet im neuen Fenster) , hatte eine Flügelspannweite von 97,51 Metern. Das Flugzeug ist jedoch nur ein einziges Mal geflogen, und auch das nur unter Ausnutzung des Bodeneffekts. Das größte Flugzeug im Einsatz, die Antonow An-225(öffnet im neuen Fenster) , hat eine Spannweite von 88,40 Metern.








Eine Startbahn mit mindestens 3.700 Metern Länge wäre notwendig, damit Stratolaunch sicher abheben könnte, schätzen die Projektverantwortlichen. Das Unternehmen wird vom früheren Nasa-Chefingenieur Gary Wentz geleitet. Paul Allen(öffnet im neuen Fenster) und Burt Rutan(öffnet im neuen Fenster) arbeiteten 2004 schon bei der Entwicklung des ersten privat finanzierten Raumschiffs Spaceship One zusammen.
Raketenstart in 9 km Höhe
Zwischen den beiden Rümpfen befindet sich ein Tragflächenmittelstück, unter dem eine Tragevorrichtung von Dynetics für eine mehrstufige Rakete angebracht ist. Sie wird in einer Höhe von rund 9 Kilometern ausgeklinkt und zündet danach ihre erste Stufe. Die rund 36 Meter lange Rakete basiert auf der wiederverwertbaren Falcon 9(öffnet im neuen Fenster) , die von dem US-amerikanischen Unternehmen SpaceX entwickelt wird. Sie soll bis zu 222 Tonnen wiegen und kann Nutzlasten von bis zu 4,5 Tonnen in einen erdnahen Orbit befördern. Die Falcon 9 soll im Februar 2012 auch erstmals zur ISS aufbrechen, dann aber noch vom Boden aus starten.
Nach Aussagen des Unternehmens sollen zunächst nur Raketen mit Nutzlasten befördert werden, doch auch bemannte Raumflüge könnten in Zukunft von dem Flugzeugraketenträger aus erfolgen. Erste Tests am Boden sollen 2016 beginnen. Wann der Jungfernflug stattfinden soll, ließ Stratolaunch(öffnet im neuen Fenster) offen.



