Festplattenkrise: Knappheit könnte bis 2013 anhalten

Erst im Laufe des übernächsten Jahres wird sich die Marktsituation bei Festplatten wieder normalisieren, hat IDC-Analyst John Rydning gegenüber der Computerworld erklärt(öffnet im neuen Fenster) . Die schwierigste Phase würde noch bis Februar 2012 andauern, danach würde sich die Lage wieder schrittweise verbessern. Für die zweite Jahreshälfte 2012 rechnet Rydning damit, dass die "akute Nachfrage" wieder bedient werden könne. Bis die Lager der Händler und PC-Hersteller wieder aufgefüllt seien und "sich die Dinge wieder normal anfühlen" , würde es aber noch länger dauern, möglicherweise bis ins Jahr 2013 hinein.
Lenovo, drittgrößter PC-Hersteller der Welt, leidet besonders stark unter den Lieferschwierigkeiten der Festplattenhersteller. In einer E-Mail an Unternehmenskunden, die Computerworld vorliegt, erklärte ein Lenovo-Vertreter, dass viele Festplattenmodelle mit 7.200 UPM nicht mehr lieferbar seien. Kunden müssten daher bei Bestellungen mit Ersatzmodellen Vorlieb und längere Lieferzeiten von bis zu zwei Monaten in Kauf nehmen.
Laut IDC ist Western Digital am schwersten von der Flutkatastrophe in Thailand getroffen worden. Das Unternehmen müsse zeitweilig auf drei Viertel seiner normalen Produktionskapazitäten verzichten. Seagate rechnet damit, im vierten Quartal dieses Jahres 10 bis 18 Prozent weniger Festplatten herstellen zu können. Industrieweit werden laut IDC rund ein Drittel der bestellten Festplatten nicht geliefert werden können.
Als Folge der Krise sind die Preise für die Massenspeicher zum Teil massiv gestiegen . Etliche Einzelhandelsunternehmen haben die Gelegenheit genutzt, die Preise auch für noch auf Lager befindliche Modelle zu erhöhen. Und auch bei PCs wird ein Preisanstieg nicht ausbleiben , müssen die Hersteller doch die gestiegenen Einkaufspreise für die Festplatten an die Kunden weitergeben.