Nao Next Gen: Aldebarans humanoider Roboter bekommt neue Hardware
Bessere Kameras und einen leistungsfähigeren Prozessor hat Aldebaran Robotics in seinen Nao eingesetzt. Der überarbeitete humanoide Roboter hat den Namen Nao Next Gen bekommen.
Das französische Unternehmen Aldebaran Robotics hat seinen humanoiden Roboter Nao überarbeitet. Der Roboter hat vor allem neue Hardware bekommen.
Atom statt Geode
Die größte Veränderung sei der neue Prozessor, erklärt der Hersteller: Im Kopf des Roboters sitzt jetzt ein Atom-Prozessor von Intel mit einer Taktrate von 1,6 GHz. Das alte Modell hatte einen 500-MHz-Geode-Prozessor von AMD.
Außerdem hat er bessere Augen bekommen: Die beiden bisherigen Kameras wurden durch höher auflösende ersetzt: Nao sieht jetzt mit einer Auflösung von zwei Mal 1.280 x 720 Pixeln. Die Bildrate beträgt bis zu 60 Bilder pro Sekunde. Die HD-Kameras sind an ein Field Programmable Gate Array (FPGA) angeschlossen. Diese Anordnung soll es ermöglichen, dass der Roboter gleichzeitig zwei Videostreams wahrnimmt. Das bedeutet, dass er Gesichter schneller und besser erfasst und erkennt, sogar unter ungünstigen Lichtbedingungen.
Neue Spracherkennung
Außer leistungsfähigerer Hardware hat Nao Next Gen auch neue Software bekommen. So soll das neue Spracherkennungssystem des US-Unternehmens Nuance die Kommunikation des Roboters mit Menschen verbessern. Weitere Softwaremodifikationen sorgen für eine bessere Beweglichkeit des Roboters, etwa beim Gang oder bei der Körperkoordination.
Nao ist ein knapp 60 Zentimeter großer und etwa 5 Kilogramm schwerer humanoider Roboter. Die Gelenke in seinen Armen, Beinen und im Hals ermöglichen 25 Freiheitsgrade. Er hat Hände mit zwei Fingern und einem Daumen, mit denen der Roboter recht geschickt greifen kann. Kameras in der Stirn und im Mund lassen ihn sehen, vier Mikrofone links und rechts sowie oben und vorn am Kopf räumlich hören. Zur Sprachausgabe hat er zwei Lautsprecher, die ebenfalls links und rechts am Kopf sitzen.
Sensoren gegen das Umfallen
Hindernisse erkennt der Roboter mit vier Ultraschallsensoren in der Brust. Ein Trägheitssensor im Torso sorgt zusammen mit Drucksensoren in den Füßen dafür, dass Nao nicht umfällt. Ein Berührungssensor auf dem Kopf ermöglicht eine Interaktion des Menschen mit dem Roboter: Macht dieser Dummheiten, klopft der Mensch einfach auf den Sensor. Er kann aber auch darüberstreicheln und so Zuneigung oder Sympathie zeigen.
Nao Next Gen ist in erster Linie für die Bildung und die Forschung gedacht. Auf der Hannover Messe im Frühjahr etwa hat Aldebaran Robotics eine Kooperation mit der Universität in Bielefeld bekanntgegeben. Diese setzt Naos im Lehrangebot Teutolab-Robotik ein. Es richtet sich an Schüler der Oberstufe, die in kleinen Gruppen an das Forschungsgebiet Robotik herangeführt werden sollen.
Kicken und Hören
Verschiedene Universitäten und Forschungseinrichtungen nutzen Naos als Plattform. Im Rahmen des Projekts Humavips etwa wollen europäische Forscher dem Nao selektive Wahrnehmung beibringen. Lola Cañamero von der Universität im englischen Hatfield hat dem Roboter beigebracht, eine emotionale Bindung zu einem Menschen aufzubauen. Schließlich wird er als Spieler im Roboterfußball eingesetzt: In der Standardplattform-Liga treten die Humanoiden gegeneinander an - amtierender Meister ist das Team B-Human aus Bremen.
Auf der Hannover Messe hat Aldebaran ebenfalls angekündigt, den Nao im kommenden Jahr auch für Privatkunden auf den Markt zu bringen.
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