Download statt Kino: Sonys Abkehr von proprietären Formaten

MP3-Downloads über die Handyrechnung und Filme per legalem Stream, während sie noch im Kino laufen - all das strebt Sony an. Finanzchef Robert Wiesenthal will den Umgang mit Medien grundlegend ändern.

Artikel veröffentlicht am ,
Robert Wiesenthal, Finanzchef von Sony America
Robert Wiesenthal, Finanzchef von Sony America (Bild: Phil McCarten/Reuters)

Sony kann als Hersteller von Hard- und Software eigentlich als Musterunternehmen gelten, hat der Konzern doch die Kontrolle über die Inhalte und die Abspielgeräte. Das will sich Sony nun zunutze machen, wie Cnet berichtet. Entsprechende Pläne umriss der Finanzchef von Sony America, Robert Wiesenthal, auf der UBS Media Conference.

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer (m/w/d) Testautomation Platform
    ING Deutschland, Frankfurt, Nürnberg
  2. IT-Systemadministrator First & Second Level Support (m/w/d)
    Gustav Wolf GmbH, Gütersloh
Detailsuche

An erster Stelle steht für den Manager die Abkehr von proprietären Formaten. Mit unter anderem der Minidisc, dem Memory Stick und dem Komprimierverfahren Atrac hatte Sony immer wieder versucht, eigene Techniken zu etablieren. Dass das nicht mehr zur Strategie gehört, stellte Wiesenthal nun klar und verwies auf die enge Zusammenarbeit mit Google für Smartphones unter dem Betriebssystem Android, das Sony seit Jahren in vielen Geräten anbietet.

Über Smartphones will Sony in Zukunft auch vermehrt Musik verkaufen. Das fällt dem Unternehmen leicht, da es mit Sony Music eines der Major Labels besitzt. Als bevorzugtes Bezahlsystem sieht das Unternehmen dafür die Telefonrechnung mit einer Musikflatrate. Die Idee ist nicht neu, konnte sich bisher aber nicht durchsetzen. Wiesenthal sieht nun aber eine neue Chance, weil Sony kürzlich die Musikrechte von EMI erworben hat, die 1,3 Millionen Songs umfassen.

Musikverlag statt Label

In Zukunft, so der Finanzchef, solle Sony Music nicht mehr nur wie ein Label, sondern wie ein Musikverlag und Publisher arbeiten. Das umfasst unter anderem den Handel mit Rechten, eine Voraussetzung für den Vertrieb nicht nur der eigenen Werke. Bei Sony macht laut Wiesenthal der Verkauf von Musik für die Publishing-Abteilung nur 17 Prozent aus, und dieser Bereich sei "gegen Piraterie immun".

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
  2. Microsoft Dynamics 365 Guides mit HoloLens 2: virtueller Ein-Tages-Workshop
    16. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Bestes Beispiel für ein Geschäftsmodell, das ohne eigene Werke auskommt, ist Apple: Um seinen eigenen Musikvertrieb zunächst für iPods anzukurbeln, schloss das Unternehmen immer wieder neue Vertriebsabkommen mit Labels und Musikverlagen. Inzwischen ist iTunes die größte und umsatzstärkste Plattform weltweit für den Vertrieb von Musik.

Während sich diese Methode in der Musikbranche durchgesetzt hat, ist der digitale Vertrieb von Kinofilmen nach wie vor umstritten - vor allem, weil die Kinos noch immer das Erstaufführungsrecht für sich beanspruchen. Robert Wiesenthal ging in seinem Vortrag auf die für die Filmtheater unaussprechliche Idee ein, Filme digital zu veröffentlichen, während sie noch in den Kinos laufen. Dabei sollten die Lichtspielhäuser "in die digitale Wertschöpfungskette" eingebunden werden. Wie das geschehen soll, sagte der Sony-Manager jedoch nicht.

Als Beispiel dafür, dass der schnelle digitale Vertrieb funktioniert, nannte er den Film "Bad Teacher" von Sony Pictures. Sein Unternehmen hatte damit ein Experiment gewagt: Der Streifen wurde über das neue Sony Entertainment Network als Download angeboten, noch bevor er auf DVD und Blu-ray erschien. Wiesenthal zufolge hatte das keinen nennenswerten Einfluss auf die Umsätze mit den Discs.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Rost 10. Dez 2011

Du warst vermutlich schon lange in keinem Theater mehr (oder noch nie?), denn die sind...

nicoledos 09. Dez 2011

und BluRay wird zukünftig frei von DRM? Beachte, es kommt aus der Finanzecke. Das heisst...

Missingno. 09. Dez 2011

Und warum musste Sony die PS3 im Handel anbieten, so dass jeder eine käuflich erwerben...

DerKleineHorst 09. Dez 2011

Leider stimmt ja auch beim bezahlten Stream die Qualität nicht und vor allem nicht der...

Anonymer Nutzer 09. Dez 2011

Immer wieder die gleiche Leier, aber es stimmt!! Dabei kann ich die Kartenpreise sogar...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sam Zeloof
Student baut Chip mit 1.200 Transistoren

In seiner Garage hat Sam Zeloof den Z2 fertiggestellt und merkt scherzhaft an, Moore's Law schneller umgesetzt zu haben als Intel selbst.

Sam Zeloof: Student baut Chip mit 1.200 Transistoren
Artikel
  1. Xbox Cloud Gaming: Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden
    Xbox Cloud Gaming
    Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden

    Call of Duty, Fallout oder Halo: Neue Spiele bequem am Business-Laptop via Stream zocken, klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist auch nicht wahr.
    Ein Erfahrungsbericht von Benjamin Sterbenz

  2. IBM: Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft
    IBM
    Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft

    Mit Francisco Partners greift eine große Investmentgruppe zu, das Geschäft mit Watson Health soll laut IBM darunter aber nicht leiden.

  3. Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut: Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell
    Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut
    "Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell"

    Ganz wie der Imperator es wünscht: Der Lego UCS AT-AT ist riesig und imposant - und eines der besten Star-Wars-Modelle aus Klemmbausteinen.
    Ein Praxistest von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MediaMarkt & Saturn: Heute alle Produkte versandkostenfrei • Corsair Vengeance RGB RT 16-GB-Kit DDR4-4000 114,90€ • Alternate (u.a. DeepCool AS500 Plus 61,89€) • Acer XV282K UHD/144 Hz 724,61€ • MindStar (u.a. be quiet! Pure Power 11 CM 600W 59€) • Sony-TVs heute im Angebot [Werbung]
    •  /