CPU-Roadmap: Ivy Bridge für Ultrabooks kommt erst im Mai 2012
Mit Hilfe seiner chinesischen Kollegen(öffnet im neuen Fenster) hat VR-Zone(öffnet im neuen Fenster) Auszüge aus Intels Notebook-Roadmap veröffentlicht. Anders als bei der jüngst an die Öffentlichkeit gelangten Roadmap für Desktop-CPUs sind jedoch nur wenige Folien vorhanden, die zudem stark beschnitten wurden. Das ist manchmal nötig, um die Quellen zu schützen.
Die Unterlagen sehen jedoch authentisch aus und geben an, dass die ersten neuen Notebook-CPUs mit der Architektur Ivy Bridge erst ab April 2012 auf den Markt kommen sollen. Ursprünglich war der Marktstart für die Nachfolger der Core-i-2000 (Sandy Bridge) für den Anfang des Jahres 2012 erwartet worden.
Nun sollen aber auch im April 2012 zunächst nur neue Quad-Cores erscheinen, die allesamt höhere Takte als ihre Vorgänger aufweisen. Die schnellste Mobil-CPU wird der Core i7-3920XM mit 2,9 bis 3,8 GHz und einer TDP von 55 Watt. Wie bisher, sind solche Prozessoren nur für große und schwere Notebooks geeignet, weil sie ein aufwendiges Kühlsystem benötigen. Die beiden anderen Vierkerner der Reihe, 3820QM und 3770QM, kommen auf 45 Watt TDP.
Das Namensschema bleibt erhalten
Erst im Mai 2012 will Intel dann sparsamere Quad-Cores und die ersten Dual-Cores für Notebooks mit Ivy-Bridge-Technik auf den Markt bringen. Die vermutlich günstigste neue CPU wird der Core i5-3520M werden, der Taktfrequenzen von 2,6 bis 3,3 GHz erreicht. Intel bleibt seinem bisherigen Namensschema treu, bei dem ein Core i5 stets auf einen Dual-Core hindeutet. Die Quad-Cores tragen am Ende der Modellnummer ein XM (Extreme Edition) oder QM.
Eine Ausnahme bilden nach wie vor die Dual-Cores mit dem höchsten Takt, die Core i7 heißen. Die Ziffer 7 ist also, anders als bei den Desktop-CPUs, allein kein Garant für vier Kerne. Dieses Namensschema hat Intel mit Sandy Bridge eingeführt und behält es bei. Immerhin: Alle Ivy Bridges sind als Core-i-3000 bezeichnet und somit leicht von den Sandy-Bridge-CPUs zu unterscheiden. Einzige Ausnahme ist der Desktopprozessor Core i7-3960X, der noch auf Sandy Bridge basiert.
Neue Ultrabooks verzögern sich
Auffällig ist auch, dass die Standard-CPUs der Roadmap nicht unter 35 Watt TDP kommen. Offenbar will Intel die weit verbreiteten 25-Watt-CPUs weiterhin aus der Linie Sandy Bridge liefern. Denn mit nur sechs neuen Notebook-CPUs von 55 bis 35 Watt, die die Roadmap aufführt, lässt sich die gesamte Bandbreite des Notebookmarktes nicht bedienen.
Lediglich zwei neue Ultra-Low-Voltage-CPUs (ULV) mit zwei Kernen, die 17 Watt TDP erreichen sollen, sieht Intel außerdem vor. Es sind der Core i7-3667U mit 2,0 bis 3,2 GHz und der Core i5-3427U mit 1,8 bis 2,8 GHz. Beide sollen erst ab Mai 2012 verkauft werden und die Basis für neue Ultrabooks bilden.
Wenn sich diese inoffiziellen Angaben bewahrheiten, müssen die PC-Hersteller noch rund ein halbes Jahr die Ultrabooks der ersten Generation verkaufen. Das dürfte den Erfolg des neuen Formfaktors bremsen, denn erst mit Ivy Bridge unterstützt Intel für Notebooks neue Funktionen wie Connected Standby. Möglich ist auch, dass der Marktstart von Ivy-Bridge-Ultrabooks an die Fertigstellung von Windows 8 gebunden ist, das neue Stromsparmechanismen mitbringen wird.
HD Graphics 4000 für alle CPUs
Überraschend konsequent ist der Einsatz des neuen Grafikkerns HD Graphics 4000, der für alle Ivy-Bridge-Prozessoren der Roadmap vorgesehen ist. Obwohl Intel stets die gleiche Modellnummer für seine Grafik verwendet, weichen die Takte dennoch stark ab. Wie schon bei Sandy Bridge kann auch die Grafik – und nicht nur der CPU-Kern- den Takt dynamisch per Turbo Boost ändern.
Bei den CPUs von 55 bis 35 Watt kann das für HD Graphics 4000 von 650 bis 1.300 MHz erfolgen, auch der kleinste Core i5 kommt noch auf maximal 1.200 MHz für die Grafik. Bei den beiden ULV-Prozessoren sind jedoch nur 350 bis 1.150 MHz vorgesehen. Haben die beiden Prozessorkerne also besonders viel zu tun, wird die Grafik deutlich langsamer. Ob Intel die versprochene doppelte Grafikleistung im Vergleich zu Sandy Bridge damit noch halten können wird, bleibt spannend.
Das ist insbesondere für die Spieletauglichkeit von Ultrabooks eine schlechte Nachricht, denn diskrete GPUs für mehr Grafikleistung sind in dem Konzept nicht vorgesehen. Das Kühlsystem für solche Grafikprozessoren von AMD oder Nvidia zusammen mit dem CPU-Kühler lässt sich in den maximal 21 Millimeter dicken Ultrabooks kaum unterbringen.
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