Nahverkehr: Aaron Patzer ersinnt Magnetschwebebahn für Individualverkehr

Eine Magnetschwebebahn mit Zwei-Personen-Gondeln - so soll nach den Vorstellungen von Mint-Gründer Aaron Patzer der urbane Nahverkehr der Zukunft aussehen. Um sich diesem neuen Projekt zu widmen, hat er seinen Job bei Intuit zur Hälfte aufgegeben.

Artikel veröffentlicht am ,
Swift Transportation: leiser als normale Schienenfahrzeuge
Swift Transportation: leiser als normale Schienenfahrzeuge (Bild: Swift Transportation)

Aaron Patzer, Gründer des Finanzmanagementangebotes Mint.com, hat einen Plan für ein urbanes Personentransportsystem entworfen. Seine Idee ist ein öffentliches Nahverkehrssystem mit Zwei-Personen-Gondeln. Es sei für Städte und dichtbesiedelte Vorstädte gedacht, wo es das Auto ganz oder weitgehend ersetzen soll, schreibt Patzer im Blog des Projekts, das den Namen Swift Transportation trägt.

Unterwegs in 7 Metern Höhe

Stellenmarkt
  1. IT Business Partner (m/w/d)
    Energiedienst Holding AG, Rheinfelden (Baden)
  2. IT CustomerCare First Level Agent *
    DAW SE, Ober-Ramstadt bei Darmstadt
Detailsuche

Swift Transportation ist eine Magnetschwebebahn für den Individualverkehr: Es besteht aus einer Infrastruktur aus T-förmigen Trägern mit zwei Schienen, damit Verkehr in zwei Richtungen fließen kann. Die Hochbahnträger sind sieben Meter hoch, was in etwa der Höhe herkömmlicher Hochbahnen entspricht, wie sie in Hamburg oder Berlin zu finden sind. Die Infrastruktur soll laut Patzer errichtet werden können, ohne die existierenden Strukturen in der Stadt verändern zu müssen.

Als Fahrzeuge dienen etwa 2,5 bis 3 Meter lange Gondeln, in denen zwei Personen mit Gepäck Platz finden. Sie haben keinen eigenen Motor, sondern einen Permanentmagneten, der sie in der Schwebe hält. Ein durch den Schienenstrang wanderndes elektromagnetisches Feld zieht die Gondel mit sich. Vorteil gegenüber anderen Schienenverkehrsmitteln sei, dass die Magnetschwebebahn viel leiser ist, sagt Patzer.

Schnelle Gondel

Die Gondeln warten in Stationen, die in einem engen Netz über ein Stadtviertel verteilt sind, so dass der Passagier nur wenige Minuten laufen muss. Die Stationen befinden sich auf Straßenniveau, so dass lästiges Treppensteigen mit Gepäck entfällt. In der Gondel ist ein Computer angebracht, über den der Fahrgast sein Ziel angibt, und schon geht die Fahrt los - und das mit einem atemberaubenden Tempo: Rund 215 km/h schaffen die Gondeln. Allerdings nur auf einer längeren Geraden: Zum Beschleunigen und Abbremsen braucht die Gondel jeweils 600 Meter. Und gebremst wird oft: Abgebogen wird, um die Fliehkräfte gering zu halten, mit 10 bis 30 km/h. Eine Fahrt mit einer solchen Gondel soll deutlich schneller sein als mit dem Auto.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Patzer geht davon aus, dass die Infrastruktur 5 bis 8 Millionen US-Dollar pro Kilometer kosten wird. Zum Vergleich: Ein Kilometer U-Bahn-Strecke kostet 80 bis 100 Millionen Euro. Die vier Kilometer lange U-Bahn-Linie 4, die im kommenden Jahr in Hamburg in Betrieb genommen werden soll, wird deutlich über 300 Millionen Euro kosten.

Individualverkehr auf Schienen

Personal Rapid Transit (PRT) heißen solche Systeme auf Schienen, mit denen Fahrgäste individuell transportiert werden. Das erste kommerzielle PRT-System wurde 2010 auf dem Londoner Flughafen Heathrow in Betrieb genommen. Derzeit wird in der Ökostadt Masdar im arabischen Emirat Abu Dhabi ein PRT-System gebaut. Auf dem etwa 33 Kilometer langen Schienennetz sollen 2.300 Kabinen unterwegs sein, die von über 80 Stationen aus verkehren.

Patzer hatte im September 2007 das Unternehmen Mint.com gegründet. Es bietet ein webbasiertes System an, mit dem Nutzer ihre Finanzen organisieren können. Im September 2009 kaufte der Softwarehersteller Intuit Mint.com für 170 Millionen US-Dollar. Patzer übernahm einen Posten in der Leitung von Intuit. Er hat die Arbeitszeit bei Intuit reduziert, um sich Swift zu widmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Google
Neues Pixel 6 kostet 650 Euro

Das Pixel 6 Pro mit Telekamera und schnellerem Display kostet ab 900 Euro. Google verbaut erstmals einen eigenen Prozessor.

Google: Neues Pixel 6 kostet 650 Euro
Artikel
  1. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

  2. Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
    Klimaforscher
    Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

    Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
    Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

  3. Kalter Krieg 2.0?: Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe
    Kalter Krieg 2.0?
    Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe

    Die Volksrepublik China soll eine Hyperschallwaffe getestet haben. China dementiert die Vorwürfe aber und sagt, es wäre ein Raumschiff gewesen.
    Eine Analyse von Patrick Klapetz

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /