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Zensur: Syrien verbietet iPhone

Wegen einer populären App der Opposition hat das syrische Regime das iPhone verbieten lassen. Bilder über Demonstrationen und staatlichen Terror sollen nicht ins Internet gelangen.
/ Achim Sawall
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Proteste in Syrien am 4. Dezember 2011 (Bild: Reuters/Handout)
Proteste in Syrien am 4. Dezember 2011 Bild: Reuters/Handout

Das Regime in Syrien hat landesweit ein Verbot des iPhones angeordnet. Wie die syrische Onlinenachrichtenseite Day-Press-News(öffnet im neuen Fenster) berichtet, ging die Anordnung von der Zollverwaltung des syrischen Finanzministeriums aus. IPhones würden konfisziert und die Nutzer bestraft, heißt es in dem Erlass. Syrische Oppositionelle in Beirut haben der Nachrichtenagentur dpa(öffnet im neuen Fenster) den Bericht bestätigt.

Demonstranten übermitteln Fotos und Videos über Demonstrationen und den staatlichen Terror gegen die demokratische Aufstandsbewegung an soziale Netzwerke im Internet, was die Regierung von Präsident Baschar al-Assad verhindern will.

Aktivisten der Protestbewegung erklärten Day-Press-News: "Jeder Tourist, der das Land besucht und ein iPhone besitzt, gilt als Spion."

App "Syrien ist alles"

Ob Smartphones anderer Hersteller auch von dem Verbot betroffen sind, ist unklar. Für das iPhone und das iPad existieren stark verbreitete Apps der Opposition unter dem Titel Souria Wa Bas ("Syrien ist alles"), die Links auf Nachrichten, Videos, Termine für Versammlungen und Karten zu den Zentren der Volkskämpfe bereitstellt.

Im Juli 2011 wurden laut dem Bericht bereits das Internet und das 3G-Mobilfunknetzwerk in Syrien abgeschaltet. Die meisten ausländischen Medien dürfen nicht aus dem Land berichten.

Nach Schätzungen der Uno haben syrische Regierungstruppen seit dem Beginn der Protestbewegung im Januar 2011 über 4.000 Menschen getötet.

Syrien hatte im Sommer dieses Jahres 4.469.000 Internetnutzer. Die Internetverbreitung in der Bevölkerung lag bei 19,8 Prozent. Seit 2005 wächst die Zahl der Internetnutzer stetig . Politisch unerwünschte Websites werden blockiert und Nutzer verhaftet. Voice-over-IP ist komplett blockiert. Seit Februar 2011 werden Youtube, Facebook und Twitter nicht mehr ausgefiltert. In Internetcafés werden die Sperren oft umgangen.


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