Abo
  • Services:

Satellitentelefone: Wie eine "Gaddafi-abschießen-Schnittstelle"

Die Erkenntnis, dass GSM-Netze nicht sicher sind, hat sich zumindest bei IT-Sicherheitsexperten durchgesetzt, aber viel bewegt hat sich nicht, resümiert der an den GSM-Hacks maßgeblich beteiligte Harald Welte. Derzeit befasst er sich mit der Sicherheit von Satellitentelefonen.

Artikel veröffentlicht am ,
Harald Welte
Harald Welte (Bild: Golem.de)

Harald Welte hat sich eingehend mit der Sicherheit von GSM-Netzen beschäftigt und zusammen mit einigen anderen Hackern bewiesen, dass die Netze unsicher sind. Ihre Hacks hätten zwar nicht viel bewegt, sagte Welte im Gespräch mit Golem.de, aber zumindest bei IT-Sicherheitsexperten setze sich die Erkenntnis durch, dass man einem Mobilfunknetz nicht mehr vertrauen kann als anderen drahtlosen Netzen.

Stellenmarkt
  1. Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH, Tettnang
  2. Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen

Zudem hätten einige Netzbetreiber begonnen, zumindest kleine Verbesserungen vorzunehmen, darunter die Einführung von "Randomized-Padding", wobei Bytes mit bisher immer gleichen Inhalten zufällig gefüllt würden. Das mache kryptographische Angriffe etwas schwieriger. Das grundlegende Problem aber werde nicht gelöst.

mTANs sind nicht sicherer

Welte zeigt sich verwundert darüber, dass Banken davon ausgehen, dass das Versenden einer mTAN per SMS sicherer sei als die Übertragung über eine SSL-Verbindung per Internet. Die SMS sei zwar ein zweiter Übertragungsweg, dass dieser aber sicherer ist, hält Welte für unrealistisch: "Ich weiß nicht, welche Analyse dieser Annahme zugrunde liegt."

VoIP für sichere Gespräche

Wer wert darauf lege, die Inhalte von Gesprächen abzusichern, sollte durchgehend (End-to-End) verschlüsselte VoIP-Verbindungen nutzen, sagte Welte. Er geht nicht davon aus, dass die bestehenden GSM-Netze in Zukunft sicherer werden: Auch wenn die Netze sicher noch eine Weile in Betrieb blieben, sei kaum jemand bereit, noch groß in diese Systeme zu investieren.

Welte knöpft sich Satellitentelefone vor

Nachdem sich Welte zuletzt mit dem digitalen Bündelfunk Tetra auseinandergesetzt hat, beschäftigt er sich derzeit mit der Satellitentelefonie und hat zusammen mit anderen im Rahmen des Projekts OsmocomGMR einen Software-Receiver für das Satellitentelefoniesystem Thuraya entwickelt. Damit ist es möglich zu sehen, was bei der Kommunikation über das System passiert.

Überhaupt weise das System einige interessante Aspekte auf, sagte Welte: So sendet jedes Thuraya-Telefon zu Beginn jedes eingehenden und ausgehenden Anrufs seine GPS-Position unverschlüsselt an den Satelliten. Das wirke fast, als sei es dafür gemacht, dass "jemand eine Rakete genau dahin lenken kann", so Welte - wie "eine eingebaute 'Wir-können-mal-Gaddafi-abschießen-Schnittstelle'".

Warum beschäftigt sich Welte damit?

"Weil es sonst keiner tut", lautet Weltes Antwort auf die Frage, warum er sich mit der Sicherheit von Mobilfunknetzen, Tetra oder Satellitentelefonen beschäftige. "TCP-/IP-Security war in den 90er Jahren interessant, inzwischen lernt jeder darüber in der Uni.".



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 34,49€
  2. für 2€ (nur für Neukunden)
  3. 4,99€

ngentesperversi... 05. Dez 2011

Wenn du seinen Vortrag beim 27c3 gesehen hättest, wüsstest du dass dieser Mann mächtiger...

d333wd 03. Dez 2011

Eklat war das Wort das mir fehlte. :D ~d333wd http://armorgames.com/play/12621/freeway...

d333wd 03. Dez 2011

Oder die gucken gleich durch die Wand und lesen Lippen. :D ~d333wd

Salzbretzel 02. Dez 2011

Ich habe bei meiner Schwägerin Onlinebanking auf dem Smartphone sehen dürfen. Und...


Folgen Sie uns
       


LG V40 ThinQ - Test

Das V40 Thinq ist LGs jüngstes Top-Smartphone, das mit drei Kameras auf der Rückseite und zwei auf der Vorderseite in den Handel kommt.

LG V40 ThinQ - Test Video aufrufen
Magnetfeld: Wenn der Nordpol wandern geht
Magnetfeld
Wenn der Nordpol wandern geht

Das Erdmagnetfeld macht nicht das, was Geoforscher erwartet hatten - Nachjustierungen am irdischen Magnetmodell sind erforderlich.
Ein Bericht von Dirk Eidemüller

  1. Emotionen erkennen Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
  2. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

Elektromobilität: Der Umweltbonus ist gescheitert
Elektromobilität
Der Umweltbonus ist gescheitert

Trotz eines spürbaren Anstiegs zum Jahresbeginn kann man den Umweltbonus als gescheitert bezeichnen. Bislang wurden weniger als 100.000 Elektroautos gefördert. Wenn der Bonus Ende Juni ausläuft, sind noch immer einige Millionen Euro vorhanden. Die Fraktion der Grünen will stattdessen Anreize über die Kfz-Steuer schaffen.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Nissan x Opus Concept Recycelte Autoakkus versorgen Campinganhänger mit Strom
  2. NXT Rage Elektromotorrad mit Kohlefaser-Monocoque vorgestellt
  3. Elektrokleinstfahrzeuge Verkehrsminister Scheuer will E-Scooter zulassen

Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
Mac Mini mit eGPU im Test
Externe Grafik macht den Mini zum Pro

Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
  2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

    •  /