• IT-Karriere:
  • Services:

Jugendmedienschutz: ZDF-Intendant will Netzaktivisten und Blogger einbeziehen

ZDF-Intendant Markus Schächter wünscht sich einen möglichst breit aufgestellten gesellschaftlichen Dialog zur Neuordnung des Jugendmedienschutzes. Er lehnt es ab, im Jugendmedienschutz ohne gesetzliche Grundlagen Fakten zu schaffen.

Artikel veröffentlicht am ,
ZDF-Intendant Schächter mit Mainzelmännchen - bei einer Veranstaltung im Jahr 2006
ZDF-Intendant Schächter mit Mainzelmännchen - bei einer Veranstaltung im Jahr 2006 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Bei der Tagung "Quo vadis Jugendmedienschutz" in Mainz warb ZDF-Intendant Markus Schächter dafür, bei der Novellierung des Jugendmedienschutzes alle gesellschaftlichen Gruppen einzubinden. Das beinhalte auch Blogger, Netzaktivisten und Communitys, um möglichst alle Positionen in einem großen Konsens zu berücksichtigen.

Stellenmarkt
  1. ING Deutschland, Nürnberg
  2. Hays AG, Berlin

Eine Vereinheitlichung der Aufsichtsstrukturen im Bereich des Jugendmedienschutzes lehnt Schächter weiterhin ab. "Es gibt viele gute und vor allem zwingende Gründe, die gegen eine Vereinheitlichung der Aufsichtsstruktur im Bereich des Jugendmedienschutzes sprechen. Medienpolitische Wunschvorstellungen können solche sachlichen Argumente nicht ersetzen", sagte Schächter.

  • ZDF-Intendant Markus Schächter bei seiner Rede auf der Tagung "Quo vadis Jugendmedienschutz" in Mainz im November 2011 (Bild: Kerstin Bänsch/ZDF)
ZDF-Intendant Markus Schächter bei seiner Rede auf der Tagung "Quo vadis Jugendmedienschutz" in Mainz im November 2011 (Bild: Kerstin Bänsch/ZDF)

Die Novellierung des Jugendmedienschutzes im Jahr 2010 sieht Schächter weiterhin als gescheitert an. Er lehne es ab, nun ohne rechtliche Grundlage Fakten zu schaffen, erklärte der ZDF-Intendant. Auf diese Weise könne der notwendige gesellschaftliche Konsens nicht hergestellt werden.

Internetfilter

Die gescheiterte Neufassung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags (JMStV) hatte vorgesehen, dass deutsche Webseiten ab dem 1. Januar 2011 mit einer Alterskennzeichnung versehen werden. Dazu hätten die Anbieter ihre Inhalte in mehrere Altersstufen von "ab 0" bis "ab 18 Jahren" einteilen müssen. Betroffen hätte das auch Blogs, private Webseiten sowie solche von Vereinen, Parteien oder kleinen Firmen.

Für Inhalte unter 12 Jahren wäre eine Kennzeichnung freiwillig gewesen. Wer nicht kennzeichnet, hätte aber riskiert, dass seine Webseite in Schulen, Bibliotheken oder in Privathaushalten mit Inhaltsfilterprogrammen blockiert würde. Zahlreiche Blogbetreiber hatten wegen einer befürchteten Abmahnwelle angekündigt, ihre Seiten spätestens Ende Dezember 2010 aus dem Netz zu nehmen.

Da beim Landtag von Nordrhein-Westfalen am 16. Dezember 2010 die Neufassung des JMStV keine Mehrheit fand, bleibt der alte JMStV in Kraft, der insbesondere keine Klassifizierungspflicht für Webseiten vorschreibt. Für ein Inkrafttreten des neuen JMStV hätten alle Bundesländer zustimmen müssen.

Netzaktivisten wie Alvar Freude vom AK Zensur hatten sich bereits deutlich gegen die gescheiterte Novelle des von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ersonnenen Jugendmedienschutzstaatsvertrages und gegen Filtersoftware ausgesprochen. Im Januar 2011 sagte Freude auf einer KJM-Veranstaltung, dass es an der Zeit sei, "einen Neustart hinzulegen, statt am alten Staatsvertrag herumzuschrauben. Schließlich kann sich jeder durchschnittlich intelligente Hauptschüler mehr Pornografie besorgen, als er je konsumieren kann. Mit Filtern behebt man dieses Problem nicht."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,29€
  2. 5,29€
  3. (u. a. eFootball PES 2021 für 7,99€, Assetto Corsa Competizione für 16,99€,
  4. 16,99€

cuthbert 01. Dez 2011

Ok, dann sind auch Filter eben kein wirksames Mittel zum Jugendschutz, das Thema...

cyro 30. Nov 2011

So abwägig ist die Verknüpfung dieses Themas mit Computerspielen gar nicht. Zu den...

redwolf 30. Nov 2011

Das Problem ist mit keinem noch so drastischen Filter aus der Welt zu schaffen. Das...


Folgen Sie uns
       


Mercedes EQA Probe gefahren

Wir sind mit dem EQA von Mercedes-Benz für ein paar Stunden unterwegs gewesen.

Mercedes EQA Probe gefahren Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /