Zum Hauptinhalt Zur Navigation

US-Regierung: Facebook hat Gesundheit und Sicherheit der Nutzer gefährdet

Die US-Wettbewerbsaufsicht FTC hat von Facebook Zugeständnisse beim Datenschutz erzwungen. Dabei listet die Behörde eine Reihe von Fällen auf, in denen Nutzerdaten an die Werbekunden verkauft worden seien.
/ Achim Sawall
28 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: Brian Snyder/Reuters)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg Bild: Brian Snyder/Reuters

Facebook hat sich in einem Vergleich mit der US-Regierung zu Zugeständnissen beim Datenschutz verpflichtet. Die Bundeshandelskommission FTC (Federal Trade Commission) erklärte(öffnet im neuen Fenster) , der Betreiber des sozialen Netzwerks habe sich bereiterklärt, für 20 Jahre Datenschutzstandards zu befolgen, deren Einhaltung von der Behörde überprüft werden. Änderungen bei der Veröffentlichung persönlicher Daten sollen künftig erst nach Zustimmung der Nutzer möglich sein.

Die FTC hatte kritisiert, dass Facebook im Dezember 2009 Teile der Nutzerprofile ohne Zustimmung standardmäßig öffentlich gemacht habe, darunter den Namen, das Geschlecht und die Freundesliste. In der Beschwerdeliste heißt es, dass Facebook mit diesen Änderungen die "Gesundheit und Sicherheit" der Nutzer bedroht habe, indem "potenziell sensible" Bereiche wie die "politischen Ansichten, die sexuelle Orientierung oder Geschäftsbeziehungen" offengelegt worden seien.

Sehr vorsichtige Sanktionen der FTC gegen Facebook

Die FTC sprach zudem von "unfairem und irreführendem" Verhalten, weil Facebook den Nutzern versprochen habe, dass Apps von Drittanbietern nur die Nutzerinformationen erhalten würden, die sie unbedingt benötigten. In vielen Fällen hätten diese aber unbeschränkten Zugriff zu den Daten gehabt, so FTC-Chef Jon Leibowitz. Facebook würde Nutzerfotos und -videos trotz Zusagen nicht löschen, wenn ein Nutzer sein Konto schließe. Trotz gegenteiliger Versicherungen Facebooks würden Werbekunden eine spezielle Nutzer-ID erhalten, die mit den Daten im Browserverlauf des Nutzers kombiniert werden könne.

Facebook stimmte einem Datenschutz-Auditing zu, das alle zwei Jahre durchgeführt werden soll. Bei einem Verstoß gegen die Zusagen kann die FTC pro Tag eine Strafe von 16.000 US-Dollar verhängen, ein für Facebook sehr geringer Betrag.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kommentierte(öffnet im neuen Fenster) : "Ich bin der Erste, der zugibt, dass wir einen Haufen Fehler gemacht haben." Das Netzwerk werde nun zur Nummer eins bei Transparenz und Datenschutz. Zuckerberg ernannte zudem die beiden Anwälte Erin Egan und Michael Richter zu Chief Privacy Officers.


Relevante Themen