Kino.to: Anklage gegen Server-Admin

Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft klagt einen Mann aus Zwickau an, der die Server der Streamingplattform Kino.to betreut haben soll.

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Frühere Homepage von Kino.to
Frühere Homepage von Kino.to (Bild: Kino.to)

Gegen einen weiteren mutmaßlichen Betreiber von Kino.to ist Anklage erhoben worden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf den Dresdner Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. Michael H. aus Zwickau soll vor dem Landgericht Leipzig angeklagt werden. Er habe für die Streamingplattform die Server betreut und hatte organisatorische Aufgaben.

Auch gegen Dirk B., der beschuldigt wird, der Chef von Kino.to gewesen zu sein, seien die Ermittlungen fast abgeschlossen und die Anklage werde bald erhoben, so Klein weiter. Auf den Konten von B. in Spanien wurden 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt. B. soll zudem drei Luxusautos und hochwertige IT-Ausrüstung besessen haben, was ebenfalls sichergestellt wurde.

Den letzten flüchtigen Verdächtigen des Teams von Kino.to hatte die sächsische Sonderermittlungseinheit INES Anfang November 2011 verhaftet. Er soll auch Kino.to-Nachfolger wie video2k.tv betrieben haben.

Im Juni 2011 hatte INES deutschlandweit rund 20 Wohnungen und Geschäftsräume der mutmaßlichen Kino.to-Betreiber und Rechenzentren durchsucht und das Portal offline genommen. Zeitgleich erfolgten Durchsuchungen in Spanien und Frankreich. 13 Beschuldigte wurden festgenommen. Die Plattform Kino.to hatte etwa vier Millionen Nutzer täglich.

Bei der Plattform habe es sich um ein "hochkriminelles, profitorientiertes System" gehandelt, dessen Führung alles sehr genau organisiert habe, "vom illegalen Beschaffen der Filme über das Aufladen der Hoster, die man zum Teil selbst betrieben hat, bis zur Bereitstellung der Links auf ihrer Internetseite", so die Ermittler. Kino.to hatte sich selbst als Suchmaschine bezeichnet, mit der Nutzer im Netz nach Filmen suchen konnten.

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