Südkorea: Roboter sollen im Gefängnis Wache schieben

Die südkoreanischen Justizbehörden wollen in Zukunft Roboter Häftlinge bewachen lassen. Im kommenden Frühjahr soll ein entsprechendes Pilotprojekt in einem Gefängnis nahe der Hauptstadt Seoul starten, berichtet die Tageszeitung Korea Herald(öffnet im neuen Fenster) .
Überwachung und Kommunikation
Der robotische Wärter ist etwa 1,50 Meter groß, 70 Kilogramm schwer und fährt auf vier Rädern. Ausgestattet ist er mit Kameras sowie mit Kommunikationseinrichtungen wie Mikrofon und Lautsprecher. Der Roboter soll durch die Gänge des Gefängnisses patrouillieren und nach ungewöhnlichen Ereignissen Ausschau halten, etwa gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Insassen oder einem Selbstmordversuch, und dann die Wachen alarmieren. Die Häftlinge wiederum können über den Roboter mit den Wachen kommunizieren.
Vorteil gegenüber einer normalen Überwachungskamera sei, dass der Roboter darauf programmiert ist, die Aktivitäten der Insassen zu analysieren und ungewöhnliches Verhalten erkennen könne, erklärte Li Baik-chul dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Li lehrt an der Kyonggi-Universität in Seoul und ist Leiter des Projekts.
Keine Terminatoren
Das Wachpersonal habe das Projekt begrüßt, sagte Li, da es sich eine Entlastung durch die Roboter erhofft, vor allem nachts. Bedenken gebe es allerdings noch hinsichtlich der Reaktion der Häftlinge. "Die Roboter sind aber keine Terminatoren" , sagt Li. "Ihre Aufgabe ist nicht, hart gegen die Häftlinge vorzugehen." Im Gegenteil, sie könnten in einem Notfall über die Roboter Hilfe herbeirufen. Die Entwickler wollten zudem den Robotern ein freundliches Aussehen verleihen.
Es sind nicht die ersten Roboter, die in Südkorea im Sicherheitsbereich eingesetzt werden: Roboter werden auch eingesetzt, um die Demarkationslinie zu Nordkorea zu bewachen . Hergestellt werden diese Roboter vom Mischkonzern Samsung .



