• IT-Karriere:
  • Services:

IMHO: HDCP muss abgeschafft werden

Auch die letzte Schutzbehauptung von Hard- und Softwareherstellern zum Kopierschutz HDCP hat sich als unwahr erwiesen. Es ist Zeit, das Experiment zu beenden. Kunden wie Industrie würden davon profitieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Der HDCP-Cracker
Der HDCP-Cracker (Bild: Bastian Richter/RUB)

Der Kern jeder Verschlüsselung ist, wie der Name schon sagt, der Schlüssel. Wenn das Konzept wie im Falle von HDCP so ausgelegt ist, dass es einen Universalschlüssel gibt, muss dieser unbedingt geheim gehalten werden. Gelangt er an die Öffentlichkeit, ist die Verschlüsselung nicht nur weniger, sondern gar nichts mehr wert.

Stellenmarkt
  1. Dürr IT Service GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Medion AG, Essen

Dass das so ist, haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum gerade wieder einmal bewiesen. Zwei- bis dreihundert Euro betragen die Materialkosten für den HDCP-Entferner, den sie gebaut haben. Der kann zwar im Moment noch kaum nachgebaut werden, weil die Software - noch? - nicht veröffentlicht wurde, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Intel, Erfinder von HDCP, hatte vor einem Jahr noch behauptet, Geräte zum Entfernen des Schutzes seien teuer und aufwendig.

Damit ist der erste Versuch einer vollständigen Verschlüsselung von Medieninhalten gescheitert - immerhin gut zehn Jahre hielt das Konzept. Das ist beachtlich; das sehr komplexe System der Playstation 3 hielt nur vier Jahre durch.

So weit wie Sony, das gleich den Funktionsumfang seiner Konsole ändern musste, um Schwarzkopien zu verhindern, kann die gesamte Unterhaltungsindustrie nicht gehen. HDCP steckt meist in fest verdrahteten Spezialbausteinen, deren Funktion nur selten per Software zu ändern ist. Den meisten Geräten fehlt dafür auch schlicht der Speicher. Aber immerhin: HDCP einfach auszuschalten, ist im Standard vorgesehen.

Das fällt der um den Schutz ihrer Inhalte bemühten Medienbranche zwar schwer, würde aber zumindest einen anderen Markt eröffnen: Preiswerte Geräte, mit denen sich per HDMI-Verkabelung Videos aufnehmen lassen, gibt es bisher nicht. Warum in meinem HDMI-Receiver, der das zentrale Element der gesamten Anlage ist, nicht auch gleich die Festplatte stecken darf, will mir immer noch nicht einleuchten.

Der Alles-Rekorder kann endlich Realität werden

Alles, was durch den Receiver läuft, gleich ob Bild oder Ton, an einem zentralen Ort mitzuschneiden, wäre die Ideallösung. Stattdessen zeichnet der Satellitenempfänger auf seine Festplatte auf, der Empfänger fürs Internetradio gar nicht, und die Mitschnitte aus der Sat-Karte im PC werden ebenso wie die Musik auf einem NAS gespeichert. Von da holt sich der HDMI-Receiver dann die Daten - das ist alles so kompliziert, unübersichtlich und teuer, dass es nach wie vor ein Thema für Technikfans, nicht für den unbedarften Konsumenten ist.

Ein Alles-Rekorder, der sich nicht mehr um Verschlüsselung kümmern muss und als Server dient, wäre eine echte Marktlücke. Per HDMI hinein, und ebenfalls per HDMI oder Netzwerk hinaus, und die Funktionen "Aufnehmen", "Abspielen" und "Speichern" wären an einem Ort zusammengefasst.

De facto sollte HDCP genau das verhindern, nämlich: das Mitschneiden mit einem zwischen Quelle und Ausgabegerät geschalteten Gerät. Die Verdongelung von Filmen an physische Datenträger ist für Blu-rays und DVDs längst geknackt, und das war für die Filmwirtschaft der größte Alptraum. HDCP erfüllt nun nur noch eine Funktion: den Lizenzverwaltern des Schutzes die Taschen zu füllen. Es schützt nichts mehr und gängelt den Kunden. Niemand hat davon noch einen Vorteil.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

/mecki78 29. Nov 2011

Weil man nur dann eine Kopie machen kann, wenn es ein Original gibt. Und Originale...

Atalanttore 28. Nov 2011

Also kein Problem für einen chinesischen Hersteller ;) Kann man nicht zertifizierte HDMI...

redwolf 28. Nov 2011

<°))))>< Nicht try, troll harder

redwolf 28. Nov 2011

Es geht doch nicht darum illgeale Nutzung durch DHCP einzuschänken, sondern legale. Die...

KillerJiller 27. Nov 2011

Hat es nicht, ich sage nur Humax HD1000, HD Receiver der ersten Generation, da gabs auch...


Folgen Sie uns
       


Apples Airpods 2 und Samsungs Galaxy Buds im Test

Wir haben die neuen Airpods von Apple mit den Galaxy Buds von Samsung verglichen. Beim Klang schneiden die Airpods 2 wieder sehr gut ab. Es bleibt der Nachteil, dass Android-Nutzer die Airpods nur eingeschränkt nutzen können. Umgekehrt können iPhone-Nutzer die Galaxy Buds nur mit Beschränkungen verwenden. Die Galaxy Buds haben eine ungewöhnlich lange Akkulaufzeit.

Apples Airpods 2 und Samsungs Galaxy Buds im Test Video aufrufen
Videoüberwachung: Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt
Videoüberwachung
Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt

Dass Überwachungskameras nicht legal eingesetzt werden, ist keine Seltenheit. Ob aus Nichtwissen oder mit Absicht: Werden Privatsphäre oder Datenschutz verletzt, gehören die Kameras weg. Doch dazu müssen sie erst mal entdeckt, als legal oder illegal ausgemacht und gemeldet werden.
Von Harald Büring

  1. Nach Attentat Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern
  2. Australien IT-Sicherheitskonferenz Cybercon lädt Sprecher aus
  3. Spionagesoftware Staatsanwaltschaft ermittelt nach Anzeige gegen Finfisher

Macbook Pro 16 Zoll im Test: Ein Schritt zurück sind zwei Schritte nach vorn
Macbook Pro 16 Zoll im Test
Ein Schritt zurück sind zwei Schritte nach vorn

Keine Butterfly-Tastatur mehr, eine physische Escape-Taste, dünnere Displayränder: Es scheint, als habe Apple beim Macbook Pro 16 doch auf das Feedback der Nutzer gehört und ist einen Schritt zurückgegangen. Golem.de hat sich angeschaut, ob sich die Änderungen auch lohnen.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Audioprobleme Knackgeräusche beim neuen Macbook Pro 16 Zoll
  2. iFixit Kleber und Nieten im neuen Macbook Pro 16 Zoll
  3. Macbook Pro Apple gibt fehlerhafte Butterfly-Tastatur auf

Apex Pro im Test: Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber
Apex Pro im Test
Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber

Steelseries bietet seine mechanische Tastatur Apex 7 auch als Pro-Modell mit besonderen Switches an: Zum Einsatz kommen sogenannte Hall-Effekt-Schalter, die ohne mechanische Kontakte auskommen. Besonders praktisch ist der einstellbare Auslösepunkt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bluetooth und Ergonomic Keyboard Microsoft-Tastaturen kommen nach Deutschland
  2. Peripheriegeräte Microsofts neue Tastaturen haben Office- und Emoji-Tasten
  3. G Pro X Gaming Keyboard Logitech lässt E-Sportler auf austauschbare Tasten tippen

    •  /