Gegen Apple und Google: ZDF-Intendant will Bündnis mit Privaten

ZDF-Intendant Markus Schächter will ein Bündnis der Öffentlich-Rechtlichen und der privaten Medienkonzerne gegen Apple und Google. "Wir müssen uns endlich verbünden. Die starren Fronten erinnern mich manchmal an den Stellungskrieg von Verdun" , sagte Schächter dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) . Er führe bereits Gespräche mit privaten Fernsehsendern und Verlagshäusern.
Schächter hatte bereits im Oktober 2010 vor der wachsenden Macht Googles und Apples gewarnt. "In den USA zeigen Google-TV und Apple-TV, wohin die Reise geht. Suchmaschinen und Vertriebsplattformen saugen jeden Content auf, ganz egal, von wem er stammt – Zeitungen, Verlage, Sender, Produzenten. Unsere Produkte werden zum Gegenstand fremder Geschäftsmodelle." Die Hersteller und Verbreiter publizistischer und kultureller Inhalte verlören die Hoheit über ihre Produkte, wenn sie nicht sehr genau aufpassten, sagte Schächter. Es werde Zeit, in Deutschland damit aufzuhören, die falschen Türen zu bewachen.
Zugleich wandte sich Schächter gegen ein Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "Es ist doch eine Mär, dass die Privaten von einem Werbeverzicht der Öffentlich-Rechtlichen profitieren würden" , sagte er. Das zeige sich in Frankreich, wo die Werbung im staatlichen Rundfunk gegenwärtig erheblich eingeschränkt wird. "Die Markenartikler haben ihre Ausgaben trotzdem nicht zu den Privatsendern umgeschichtet, weil sie dort ihre Zielgruppe gar nicht erreichen" , sagte Schächter. Derzeit bezieht das ZDF jährlich rund 150 Millionen Euro, oder 8 Prozent seiner Einnahmen, mit Werbung. Die GEZ-Gebühren bringen ARD, ZDF, Deutschlandradio und den Landesmedienanstalten jährlich über 7 Milliarden Euro.