Whistleblower: Erster Gerichtstermin für Bradley Manning festgesetzt

Das US-Militär eröffnet das Verfahren gegen Bradley Manning. Der wegen Spionage angeklagte US-Soldat müsse am 16. Dezember 2011 erstmals vor einem Militärgericht in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland erscheinen, berichtet David Coombs in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) . Coombs ist Militäranwalt und wird Manning vor Gericht vertreten.
Voruntersuchung
Bei dem Termin handelt es um eine sogenannte Artikel-32-Anhörung(öffnet im neuen Fenster) . Das ist das Pendant der Militärgerichtsbarkeit zu einer Voruntersuchung vor einem zivilen Gericht. Dabei soll geklärt werden, ob die Anklage genug Beweise vorlegen kann, um ein Verfahren zu eröffnen.
Die Anhörung ist auf fünf Tage angesetzt. Anklage wie Verteidigung dürften Zeugen aufrufen, die dann unter Eid aussagen, schreibt Coombs. Die Aussagen könnten später auch in einer Hauptverhandlung verwendet werden.
Hubschraubervideo und US-Depeschen
Die US-Behörden werfen Manning vor, der Enthüllungsplattform Wikileaks geheimes Material der US-Armee und des US-Außenministeriums zugespielt zu haben, darunter das aufsehenerregende Video eines Hubschrauberangriffs im Irak, bei dem 2007 mehrere Zivilisten getötet wurden, sowie rund 250.000 Depeschen von US-Diplomaten .
Manning war als Analyst des US-Militärgeheimdienstes im Irak eingesetzt. Als solcher hatte er Zugang zu geheimen Dokumenten. Er wurde im Mai 2010 verhaftet . Die Bedingungen seiner Untersuchungshaft im US-Militärgefängnis Quantico wurden mehrfach gerügt, unter anderem vom Folterbeauftragten der Vereinten Nationen.