Intel-CPU: Ungewöhnlicher Pentium 350 ohne Grafik und mit 15 Watt TDP

Der neue Pentium 350(öffnet im neuen Fenster) findet sich in Intels ARK-Datenbank(öffnet im neuen Fenster) , aber noch nicht in der letzten Preisliste (PDF)(öffnet im neuen Fenster) des Chipherstellers, die auf den 14. November 2011 datiert ist. In der Übersicht aller Sandy-Bridge-CPUs(öffnet im neuen Fenster) gibt es jedoch einen Pentium 957 mit dem gleichen Takt, der in 1.000er Stückzahlen 134 US-Dollar kostet.
Gegenüber diesem weist der Pentium 350 vier funktionale Besonderheiten auf: Sein L3-Cache ist 3 statt 2 MByte groß, die integrierte Grafik ist abgeschaltet, aber im Gegensatz zu anderen Sandy-Bridge-Pentiums das Hyperthreading aktiviert. Zudem beherrscht der neue Prozessor SSE 4.1 und 4.2, die anderen CPUs der Serie nur SSE 4.1. Offenbar durch den Verzicht auf die Grafik konnte Intel die TDP von den 17 Watt anderer Pentiums mit gleicher Architektur auf 15 Watt senken.
ECC-Speicher jetzt auch für Pentiums
Der Einsatzbereich des neuen Prozessors ist angesichts seiner Ausstattung leicht auszumachen: Für leise HTPCs oder Office-Rechner wie Nettops fehlt die integrierte Grafik. Da der neue Pentium 350 aber ECC-Speicher unterstützt, eignet er sich gut für sparsame Server. DIMMs mit dieser Fehlerkorrektur werden sonst bei Intel mit sehr wenigen Ausnahmen nur von den teuren Xeon-CPUs unterstützt, nicht einmal der neue High-End-Prozessor Core i7-3960X mit sechs Kernen kann mit ECC-Modulen umgehen.
Durch die Serverausstattung ist auch nicht davon auszugehen, dass der Pentium 350 besonders günstig wird. Die für Desktop-PCs vorgesehenen und mit integrierter Grafik bestückten anderen Pentiums der Serien G600 und G800 bieten Takte von 2,6 bis 3,0 GHz und kosten zwischen 64 und 86 US-Dollar. Ihre TDP liegt aber zwischen 35 und 65 Watt. Damit hat Intel wieder einmal die Chance verpasst, eine Alternative zu den langsamen Atom-CPUs bei vergleichbarer Leistungsaufnahme und Preis zu schaffen.