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Grafikgerüchte: AMDs Radeon 7000 mit neuer Architektur - oder doch nicht?

TSMC fertigt bereits Grafikprozessoren mit 28 Nanometern Strukturbreite – das ist der einzige Fakt in den aktuellen Spekulationen um AMDs Serie Radeon HD 7000. Die Gerüchte reichen von Umbenennungen bis zu einer Verwendung der neuen Architektur GCN.
/ Nico Ernst
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Matt Skynner mit 28-nm-GPU (Bild: AMD)
Matt Skynner mit 28-nm-GPU Bild: AMD

Dass AMD Ende 2011 oder Anfang 2012 eine neue Grafikkartenserie namens Radeon HD 7000 vorstellen wird, ergibt sich schon aus dem jährlichen Modellwechsel der Grafikbranche. Ungewöhnlich sind jedoch die zahlreichen sich widersprechenden Gerüchte, die derzeit auf Hardwarewebseiten kursieren.

Die größten Hoffnungen auf vollständig neue Grafikkarten macht Semiaccurate(öffnet im neuen Fenster) , das von einer Verwendung der Architektur "Graphics Core Next" ( GCN ) auf den Topmodellen mit den GPUs Tahiti XT, Tahiti Pro, Pitcairn XT und Pitcairn Pro ausgeht. Alle diese Codenamen gehören zur schon länger bekannten GPU-Familie Southern Islands .

3 GByte Speicher möglich

Neben der neuen Architektur sollen die GPUs einen 384 Bit breiten Speicherbus besitzen, der Grafikkarten mit 3 GByte lokalem Speicher ermöglicht. Ob auch für Spiele gedachte Modelle in großer Zahl mit so viel Speicher auf den Markt kommen, ist aber noch nicht bekannt. Möglich ist auch, dass AMD diese Option für seine professionellen Produkte vorgesehen hat.

Semiaccurate zufolge sollen Grafikkarten mit diesen GPUs ab Januar 2012 vorgestellt werden. Zuerst kommt demnach das Spitzenmodell Tahiti XT, jeweils einen Monat später folgen dann die anderen genannten GPUs. Auffällig: Welche Modellnummern die Karten tragen werden, also beispielsweise Radeon HD 7970 für die schnellste Version mit Tahiti XT, gibt der Bericht nicht an.

Radeon HD 7800 zuerst mit alter Technik?

Das mag daran liegen, dass einem Blog zufolge(öffnet im neuen Fenster) noch vorher, nämlich im Dezember 2011, eine Serie namens Radeon HD 7800 auf den Markt kommen soll. Diese soll aber nicht auf der GCN-Architektur, sondern dem Design VLIW4 basieren. Diese Architektur hatte AMD mit der Serie Radeon HD 6900 eingeführt, die Radeon HD 7800 sollen sie beibehalten, aber mit 28 statt vorher 40 Nanometern Strukturbreite bei TSMC hergestellt werden. Eine erste 28-Nanometer-GPU – ohne Angabe des Modells – hat AMD bereits Anfang Oktober 2011 vorgeführt .

Sollte AMD tatsächlich eine Serie 7800 mit der Technik der Reihe 6800 auf den Markt bringen, wäre das konsequent: Schon die Serie 6800 basierte auf den Radeon HD 5800. Damit verwirrte AMD den Markt Ende 2010, weil zuvor jahrelang stets zuerst die schnellsten GPUs mit neuer Architektur vorgestellt wurden, und zwar mit einer eindeutigen Modellnummer. So war früher eine Radeon HD 5870 die modernste Karte und hatte mit einer Radeon HD 4870 nicht viel gemein.

Erst mit der letzten Serie führte AMD eine Änderung an der zweiten Ziffer der Modellnummer ein, die Radeon HD 6970 – und eben nicht die 6870 – war das aktuelle Spitzenmodell. Die Serie 6800 kam zudem auch vor den 6900 auf den Markt, sofern sich die aktuellen Spekulationen bewahrheiten, will AMD diesen Rhythmus mit seiner nächsten Generation beibehalten.

Umbenennung im großen Stil auch bei AMD?

Ein echtes Novum wäre aber die Umbenennung von kleineren Grafikkarten, die Chiphell voraussagt(öffnet im neuen Fenster) . Dieses Hochstufen auf dem Papier hat bei Nvidia Tradition , kam bei AMD aber nur in Ausnahmefällen vor. Diesmal sollen aber mit Radeon HD 7350, 7450, 7570 und 7650 gleich vier AMD-Grafikkarten auf Basis der älteren GPUs Cedar, Caicos und Turks erscheinen. Auch eine Änderung der Strukturbreite ist offenbar nicht vorgesehen.

Angesichts dieser zahlreichen Gerüchte, die eine recht undurchschaubare Produktpalette abbilden, wäre AMD gut beraten, bei der offiziellen Vorstellung der ersten Grafikkarten der neuen Serie für Klarheit zu sorgen. Eine bestätigte Roadmap mit den wichtigsten technischen Daten und einem zumindest auf den Monat genauen Vorstellungsdatum könnte die Kaufentscheidung erleichtern. Wichtig wäre das vor allem, wenn die ersten Radeon HD 7000 noch vor Weihnachten im Laden stehen sollten – dann könnten Grafikfans anhand von Fakten, nicht von Gerüchten entscheiden, ob sich ein Kauf oder weiteres Warten wirklich lohnt.


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