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Speicherpreise: 2 GByte DDR3 erstmals für 10 US-Dollar

Die Großhandelspreise für DDR3-DRAM haben einen neuen Tiefststand erreicht. Erstmals sind Module mit 2 GByte DDR3-Speicher für kaum mehr als 10 US-Dollar zu haben. Die Chiphersteller befürchten weitere Einbußen.
/ Nico Ernst
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DDR3-Module (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
DDR3-Module Bild: Nico Ernst/Golem.de

Weil Festplatten durch die Flut in Thailand anhaltend knapp sind, kaufen PC-Hersteller auch weniger Speichermodule, weil weniger Rechner hergestellt werden können. Das führt nach einem Bericht von Digitimes(öffnet im neuen Fenster) zu weiter stark fallenden Preisen an den Börsen für DRAMs. Das taiwanische Branchenmedium beruft sich dabei auf DRAMeXchange(öffnet im neuen Fenster) , das täglich aktuelle Preisangaben veröffentlicht.

Die seit 18 Monaten kontinuierlich sinkenden Speicherpreise hatten sich im September und Oktober 2011 leicht erholt, um nun erneut zu fallen. So kostet im Großhandel ein 2-GByte-Modul mit DDR3-Speicher aktuell im Schnitt 10,25 US-Dollar, ein DIMM mit 4 GByte ist für rund 18,50 US-Dollar zu haben. Das entspricht auch den Preisen bei deutschen Hardwareversendern, wo 8-GByte-Kits mit zwei Modulen von Markenherstellern schon länger für unter 40 Euro erhältlich sind. Größere Module mit 8 oder 16 GByte sind nach wie vor überproportional teurer.

Da die geringe Nachfrage die Preise so stark beeinflusst, wird die Situation für die Chiphersteller den Berichten zufolge allmählich bedrohlich. Der Preis für DRAM-Bausteine mit 2 Gigabit Kapazität soll seit Anfang November um 9,6 Prozent und damit nur noch 70 US-Cent gesunken sein. Das, so DRAMeXchange, soll auch bei den Anbietern mit den modernsten Fertigungsanlagen noch unter den eigenen Fertigungskosten liegen.

Ein Sprecher des taiwanischen DRAM-Herstellers Nanya bestätigte Digitimes, dass die Preise bereits jetzt zu niedrig seien. Für weitere Reduzierungen gebe es keinen Spielraum. Die Marktbeobachter von DRAMeXchange erwarten, dass die Chiphersteller im Jahr 2012 ihre Produktion verringern.

Wie sehr die Speicherpreise gefallen sind, belegt auch ein Bericht von DRAMeXchange(öffnet im neuen Fenster) zum dritten Quartal des Jahres 2011. Dort stellen die Analysten eine "massive Überversorgung" fest, die bei 4-GByte-Modulen zu einem Preisverfall von 37 Prozent geführt haben soll. Der Umsatz der Chiphersteller solle sich dadurch um 19,4 Prozent reduziert haben.


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