Kartellvorwürfe: Rambus verliert Prozess und 60 Prozent seines Wertes

Der Speicherentwickler Rambus hat einen jahrelangen Rechtsstreit gegen Hynix und Micron verloren. Statt vier Milliarden US-Dollar Schadensersatz gab es die Quittung an der Börse: Die Rambus-Aktie stürzte um fast 60 Prozent ab.

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DDR3-Speicher von Hynix
DDR3-Speicher von Hynix (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Das Unternehmen Rambus ist an der Börse heute nur noch halb soviel wert wie am Mittwoch. Das ist das Ergebnis eines Rechtsstreits, den Rambus sieben Jahre lang gegen Hynix und Micron geführt hatte. Der Kläger warf den beiden Chipherstellern vor, mit Preisabsprachen verhindert zu haben, dass die Rambus-Speicher sich auch in PCs durchsetzten, und forderte bis zu 4,38 Milliarden US-Dollar Schadensersatz.

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Nach einem dreimonatigen Prozess und über acht Wochen Beratungen der Geschworenen wies das oberste kalifornische Gericht nun laut Reuters diesen Vorwurf zurück. Danach stürzte die Rambus-Aktie von rund 18 US-Dollar auf zeitweise nur 4 US-Dollar ab, das Papier stabilisierte sich dann wieder bei Preisen um 8 US-Dollar.

Rambus-Chef Harold Hughes sagte in einer ersten Stellungnahme, dass das Unternehmen derzeit noch die Möglichkeit einer Berufung prüfe. Neben den Kartellvorwürfen befindet sich Rambus mit Hynix und Micron auch noch in einem Patentstreit. Durch solche Prozesse geriet das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren immer wieder in die Schlagzeilen, weil es alle Hersteller von DRAMs wegen Verletzung der eigenen Patente vor Gericht gebracht hatte. In vielen dieser Fälle einigten sich die Parteien auf Lizenzzahlungen. Zuletzt scheiterte Rambus aber gegen HP und Nvidia, wobei einige Patente für ungültig erklärt wurden.

Der nun verlorene Prozess drehte sich aber nicht um Patente, sondern um den wichtigsten Punkt in der Geschichte von Rambus: Das Unternehmen hatte 1999 versucht, seine eigene Technik auch für Standard-DIMMs in PCs zu etablieren. Intel hatte dafür den Chipsatz 820 für den Pentium III entwickelt, der aber wegen Fehlern zurückgerufen werden musste. Es blieb auch danach der einzige Rambus-Chipsatz für PCs, der den Markt erreichte.

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Nach Rambus' Meinung hatten Hynix und Micron den Erfolg der Technik mit einer "Joint Rambus Attack" (JRA) verhindert. Beide hatten zwar Rambus-DRAMs hergestellt, sollen aber die Preise dafür künstlich hoch gehalten haben. Nachdem Intel aus der Rambus-Technik ausstiegen war, sollen die beiden Chiphersteller die Preise für den konkurrierenden DDR-Speicher um über 500 Prozent angehoben haben.

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EinGuenni 17. Nov 2011

Rambus Speicher war zwar seinerzeit recht schnell, allerdings stellte er auch sehr hohe...

GrandAdmiralThrawn 17. Nov 2011

Etwas mehr fundierte Recherche wär vielleicht manchmal förderlich.. "Intel hatte dafür...

dantist 17. Nov 2011

JRA, wer kennt diese Abkürzung nicht.



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