Knights Corner: Intels Larrabee-Nachfolger erreicht 1 Teraflops

Knights Corner ist der Codename von Intels zweitem Chip, der auf der Architektur "MIC" basiert. Dieses Kürzel für " Many Integrated Core " verwendet Intel jetzt lieber als den früheren Codenamen Larrabee – unter dieser Bezeichnung war das zunächst als Grafikkarte geplante Projekt gescheitert .
Ein Produkt, das man auch kaufen kann, sind die MIC-Karten immer noch nicht. Intel zufolge arbeiten mit dem derzeit aktuellen Knights Ferry rund 100 Institutionen, vorwiegend aus der Wissenschaft. Die sollen irgendwann im Jahr 2012 den Nachfolger Knights Corner erhalten.

Auf der Supercomputing 2011 hat Intel erstmals den Chip von Knights Corner selbst und auch die Karten im Betrieb gezeigt. Zusammen sollen die kleinen x86-Kerne des MIC-Beschleunigers eine Rechenleistung von 1 Teraflops erreichen – und zwar bei doppelter Genauigkeit im Benchmark DGEMM(öffnet im neuen Fenster) . Das schafft keine derzeit verfügbare GPU.
Intel betont in einer Mitteilung ausdrücklich, dass Knights Corner "den ersten kommerziellen Co-Prozessor auf Basis der Intel Many Integrated Core (Intel MIC) Architektur" darstellen soll. Es handelt sich bei dieser Version also nicht mehr um ein Forschungsprojekt, die Karten sollen nun endlich auch verkauft werden.
Wann das genau der Fall ist, sagte Intel nicht. Der Hinweis darauf, dass Knights Corner mit 22-Nanometer-Technik gefertigt werden soll, gibt jedoch einen Anhaltspunkt. Mit dieser Strukturbreite wird auch die nächste CPU-Generation Ivy Bridge hergestellt, sie soll im ersten Quartal 2012 auf den Markt kommen. Vorher ist mit Knights Corner nicht zu rechnen, eher noch ein bis zwei Quartale später.
Leistungsaufnahme weiterhin unbekannt
Zur Zahl der Kerne des Chips machte Intel weiterhin nur die bekannte Angabe, dass es mehr als 50 sein sollen. Auch das deutet darauf hin, dass die Fertigungsausbeute noch nicht allzu hoch ist. Die gezeigten ersten Muster von Knights Corner sollen erst wenige Wochen vor der Veranstaltung hergestellt worden sein.
Bei so vielen Kernen auf einem Die ist es üblich, auch Chips zu verkaufen, bei denen nicht alle funktionieren. Das machte unter anderem Nvidia mit der ersten Fermi-GPU so, wo statt der geplanten 512 Rechenwerke auf der Grafikkarte GTX 480 auch nur 480 aktiviert waren. Erst mit den späteren Tesla-Beschleunigern für Rechenanwendungen – die viel teurer als die Grafikkarten sind – wurden 512 der CUDA-Cores geliefert.
Auch zur Version der Schnittstelle machte Intel keine Angaben. PCI-Express 3.0 ist dafür aber wahrscheinlich, weil diese Version auch die nächsten Xeons der Serie E5 (Sandy Bridge-EP) unterstützen werden. Dass diese bereits seit September in Mustern an Serverhersteller ausgeliefert werden, bestätigte Intel auf der SC 11 ebenfalls.
Das größte Rätsel bleibt aber die Leistungsaufnahme und damit die Energieeffizienz von Intels MIC-Karten. An die eigentlich von der PCI-SIG vorgeschriebene TDP von 300 Watt muss sich Intel nicht unbedingt halten: Auch AMD und Nvidia bieten mit Radeon HD 6990 und GTX 590 inzwischen Karten an, die diesen Wert deutlich überschreiten. Sie dürfen trotzdem PCI-Express-Karten genannt werden, weil 300 Watt nur der Höchstwert sind, den das Gremium getestet hat. Der Rest solcher Geräte entspricht aber den Spezifikationen.