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EAs Origin: "Harte und reale Kämpfe um meine Daten"

Origin schadet Spielern: Darin sind sich Wissenschaftler, Datenschützer und Spielevertreter einig, die auf Einladung der Piratenpartei über das Onlineportal diskutiert haben.

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Logo Origin
Logo Origin (Bild: Electronic Arts)

Zumindest einer der Zuschauer hatte genug von Origin. Direkt nach der Podiumsdiskussion zum Thema Daten- und Verbraucherschutz in der Computerspieleindustrie meldete er sich zu Wort: Er gehe das Risiko nicht mehr ein, von Software wie Origin ausspioniert zu werden: "Es wäre interessant zu erfahren, wie viele Menschen das sagen und welcher Schaden den Herstellern entsteht. Ist er größer als durch Schwarzkopien?" Die Antwort blieb leider offen, denn kein Vertreter von Electronic Arts war der Einladung durch die Piratenpartei für das Diskussionspodium an der Fachhochschule Köln gefolgt. Der Publisher hat am 1. Dezember 2011 eine eigene Veranstaltung.

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Dabei hätte ein bisschen mehr Kontra der Diskussion ganz gut tun können, bei der sich fast alle darüber einig waren: Origin ist problematisch. Sebastian Radtke vom Blog TheOrigin, selbst Gamer und Fachinformatiker, wies allerdings darauf hin, dass Origin nur der Auslöser für die Diskussionen gewesen sei. Den großen Aufschrei in der Spieleszene habe es zwar mit der Veröffentlichung von Battlefield 3 über Origin gegeben, das zunehmende Ausspionieren von Spielerdaten sei aber ein schleichender Prozess. Die "DRM-Seuche hat angefangen mit Steam - EA hat das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht", sagte Radtke. Mit Battlefield 3 wolle EA das Portal Origin am Markt durchdrücken, was im Rahmen einer langfristigen Neuausrichtung der Vertriebskanäle durchaus Sinn ergeben würde.

Radtke erinnerte auch daran, dass kurz vor Battlefield 3 die Fußballsimulation Fifa 12 erschien, die ebenfalls nur mit Origin läuft - und eine Altersfreigabe ab 0 Jahren hat. "Wie kann man von 12-Jährigen erwarten, dass sie die Eula verstehen?", fragte Radtke.

Winfred Kaminski, Professor am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik an der Fachhochschule Köln, sagte, die durch Battlefield 3 oder Fifa 12 erzeugte Spielatmosphäre werde gezielt genutzt, "um eine nachlässige Haltung zu erzeugen. Dabei ist es so, dass ganz harte und reale Kämpfe um meine Daten geführt werden - und das mit rechtlich zumindest hochfragwürdigen Methoden."

Dass vieles an Origin und ähnlichen Angeboten problematisch ist, sagt auch der Kölner Rechtsanwalt Dominik Boecker. Er bedauert, dass eine Klärung der rechtlichen Fragen durch Spieler kaum möglich sei, und dass auch die Verbraucherschutzvereine sehr zurückhaltend seien, was digitale Themen angehe. Ob etwa Electronic Arts mit Origin gegen Gesetze verstoße, könnten wohl nur die Mitbewerber des Unternehmens klären - aber es gebe "bei den großen Herstellern kein Interesse, sich gegenseitig die Klauseln zu verbieten, weil sie alle sehr ähnliche Klauseln haben".

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lorana 30. Nov 2011

EA ist nun abgemahnt worden!!!!!!!!!!! Wegen fehlender Kundeninformationen beim...

nOOcrypt 17. Nov 2011

Ich verwende seit jeher keine Software, die in irgendeiner Weise online aktiviert oder...

Flitschbirne 17. Nov 2011

Und genau so gehen auch die Publisher vor. Herr Boecker fasst es doch ganz gut zusammen...

trollianer 17. Nov 2011

Soweit ich weis, ist die EULA in Deutschland sowieso ungültig wenn man sie nicht auf der...

Hotohori 16. Nov 2011

Alles von EA zu boykottieren ist eigentlich sogar der falsche Weg. Wenn EA kapieren soll...


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