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Fahrsicherheit: Assistenzsystem beleuchtet Fußgänger

Ein Fußgänger ist bei Dunkelheit am Straßenrand nur schwer zu erkennen. Ein von Karlsruher Wissenschaftlern entwickeltes Assistenzsystem erkennt einen Menschen frühzeitig und strahlt ihn bei Kollisionsgefahr an. Der Fahrer hat mehr Zeit zum Reagieren.
/ Werner Pluta
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Angeleuchtet: Zwei bis drei Sekunden mehr Reaktionszeit (Bild: Markus Breig)
Angeleuchtet: Zwei bis drei Sekunden mehr Reaktionszeit Bild: Markus Breig

Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie(öffnet im neuen Fenster) (KIT) haben ein Assistenzsystem entwickelt, das einem Autofahrer hilft, mögliche Gefahrenquellen zu erkennen. Es beleuchtet Fußgänger oder Tiere am Straßenrand. Dadurch soll der Fahrer sie früher erkennen und mehr Zeit zum Reagieren haben.

Infrarotkamera in der Motorhaube

Das System besteht aus einer Infrarotkamera, die sich in der Motorhaube des Autos befindet und den Straßenrand beobachtet. Die Bilder werden an einen Computer geschickt, der sie analysiert. Für ein Bild braucht er weniger als 40 Millisekunden. Er erkennt, ob sich am Straßenrand ein unbelebtes Objekt befindet, oder ob sich ein Mensch oder ein Tier dort aufhält.

Außerdem errechnet er anhand der Bilder, wo sich Fußgänger oder Tier befinden und wohin sie sich mit welcher Geschwindigkeit bewegen. Die Auswertung dieser immensen Datenmenge während der Fahrt sei die größte Herausforderung gewesen, erklärt Entwickler Marko Hörter(öffnet im neuen Fenster) . Stellt der Computer fest, dass die Gefahr einer Kollision besteht, strahlt er die Gefahrenquelle an. Dazu ist das Auto mit einer besonders hellen-LED-Lampe ausgestattet. Diese wird automatisch auf die Gestalt gerichtet und beleuchtet sie mit einem blinkenden, blau-weißen Licht.

Gefahr in der Dämmerung

"Gerade bei Fahrten in der Dämmerung steigt die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall mit einem Fußgänger, Radfahrer oder Wild verwickelt zu werden, exponentiell" , sagt Hörter. Es gebe zwar Assistenzsysteme, die mit Infrarot-Kameras arbeiten. Diese geben aber ihre Bilder auf einem Bildschirm aus. Der Fahrer muss also seine Aufmerksamkeit von der Straße weg auf den Bildschirm richten, um zu sehen, was ihm das Assistenzsystem mitteilen will. "Das lenkt ab und kann wertvolle Reaktionszeit kosten" , sagt Hörter.

Die Karlsruher Wissenschaftler haben ihr Warnsystem zwei Wochen lang in der Praxis getestet. Auf einer Straße bei Bad Bergzabern stellten sie beheizte Figuren von Menschen und Rehen auf. 33 Fahrer absolvierten die Strecke mit und ohne das System, während die Wissenschaftler Daten aufzeichneten. Mit dem Beleuchtungssystem erkannten die Fahrer im Schnitt 35 bis 40 Meter eher, dass sich ein Mensch oder ein Tier am Fahrbahnrand aufhielt. Das gab ihnen zwei bis drei Sekunden mehr Zeit zum Reagieren.


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