Zum Hauptinhalt Zur Navigation

WiCS: Erster drahtloser Herzschrittmacher vorgestellt

Ein britisches Unternehmen hat einen Herzschrittmacher entwickelt, der eine Herzkammer drahtlos stimuliert. Das soll das Einsetzen des Herzschrittmachers vereinfachen und die Infektionsgefahr verringern.
/ Werner Pluta
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
WiCS: Ultraschallsignale in elektrische Impulse gewandelt (Bild: Cambridge Consultants)
WiCS: Ultraschallsignale in elektrische Impulse gewandelt Bild: Cambridge Consultants

Das britische Unternehmen Cambridge Consultants(öffnet im neuen Fenster) hat zusammen mit dem kalifornischen Unternehmen EBR Systems(öffnet im neuen Fenster) einen Herzschrittmacher mit einer drahtlosen Energieversorgung entwickelt. Nach Unternehmensangaben(öffnet im neuen Fenster) ist das Wireless Cardiac Stimulation System (WiCS) das erste Gerät dieser Art.

Das System besteht aus zwei Elektroden, davon eine drahtlose, und einem drahtlosen Impulsgeber. In der ersten Generation des WiCS wurde noch ein herkömmlicher Herzschrittmacher gebraucht. Daran angeschlossen ist eine Elektrode, die in der rechten Herzkammer sitzt. Darüber stimuliert der Schrittmacher die rechte Herzkammer.

Der drahtlose Impulsgeber erfasst die Aktivität des Schrittmachers und sendet ein Ultraschallsignal an die drahtlose Elektrode, die in der linken Herzkammer sitzt. Diese fängt den Ultraschallimpuls auf und wandelt ihn in einen elektrischen. Der Impuls wird an die Herzkammer weitergegeben, damit diese im Takt mit der linken arbeitet.

Bei den gegenwärtig eingesetzten Herzschrittmachern seien drei Anschlüsse im Herzen nötig, um die beiden Herzkammern zu stimulieren, erklären die Entwickler. Das WiCS hingegen komme mit einem Anschluss aus. Das vereinfache die Implantation des Gerätes, das wegen des einfacheren Aufbaus auch zuverlässiger arbeite. Außerdem werde die Infektionsgefahr verringert.

Derzeit werde das System an mehreren Orten in Europa getestet, sagte Andrew Diston, Chef der Medizintechniksparte bei Cambridge Consultants. Die Tests sollen sich noch bis ins Jahr 2012 hinziehen. Das Unternehmen hofft, in dem Jahr auch die Zulassung in Europa zu erhalten. Danach soll WiCS auch in den USA eingesetzt werden.


Relevante Themen