Steuerschulden: Rumänien beschlagnahmt Nokia-Fabrik

Rumäniens Steuerbehörde hat die Nokia-Fabrik in Jucu, einer Gemeinde im Kreis Cluj, beschlagnahmt. Der finnische Mobiltelefonhersteller schuldet dem rumänischen Staat 10 Millionen US-Dollar Steuern. Das erklärte Sorin Blejnar, der Chef der Steuerbehörde des Finanzministeriums ANAF(öffnet im neuen Fenster) , der Nachrichtenagentur Mediafax(öffnet im neuen Fenster) .
Es handele sich um eine Vorsorgemaßnahme, um Nokia daran zu hindern, die Gebäude im Nordwesten des Landes zu verkaufen, bevor die Schulden bezahlt seien. Die Steuerschulden seien bei einer Überprüfung ermittelt worden, die 2009 begann. Das beschlagnahmte Gelände sei 28.000 Quadratmeter groß, und beinhalte Büros und Produktionshallen.
Nokia hatte am 29. September 2011 angekündigt , die Fabrik in Jucu Ende 2011 zu schließen und alle 2.200 Arbeiter zu entlassen. Erst im Januar 2008 war die Produktion von Bochum nach Rumänien verlagert worden.
Nokia wechselt von Bochum nach Jucu und weiter nach Vietnam
"Wir konzentrieren uns auf die Mobiltelefonproduktion an Standorten mit optimaler Nähe zu den Lieferanten und den wichtigsten Märkten. Deshalb wird Nokia seine Produktionsstätte im rumänischen Cluj bis Ende 2011 schließen, weil Nokias hochvolumige, asiatische Fabriken einen größeren Output und Vorteile und Nähe zum Markt bieten" , hieß es zur Begründung. Die Errichtung einer neuen Fabrik in Vietnam soll 200 Millionen Euro kosten. In Rumänien hatte Nokia 60 Millionen Euro investiert.
Die Entlassenen in Rumänien erhalten drei Monatsgehälter und ein Nokia Smartphone. Leitende Angestellte bekommen sieben oder acht Monatsgehälter.



