Nutzerdaten: Warum Facebook längst nicht alle Daten rausrückt

Für Facebook-Nutzer gibt es zwei Wege, an ihre Daten zu gelangen. Beide führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Und keiner zu vollständigen Angaben, sagen Kritiker.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Nutzerdaten: Warum Facebook längst nicht alle Daten rausrückt
(Bild: Facebook/Screenshot: Golem.de)

Mit seinem Antrag, Facebook möge ihm all seine Daten aushändigen, hat Max Schrems aus Wien dafür gesorgt, dass der Konzern sein Angebot umbauen musste. Allerdings nicht so, wie Schrems es sich gewünscht hatte.

Inhalt:
  1. Nutzerdaten: Warum Facebook längst nicht alle Daten rausrückt
  2. Schrems ist überzeugt, dass der Download unvollständig ist

Der Jurastudent hatte hartnäckig verlangt, alle über ihn bei Facebook gespeicherten Informationen ausgehändigt zu bekommen. Laut Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie, auf die sich auch Facebook beruft, ist das sein gutes Recht. Schließlich bekam er eine CD-ROM zugeschickt, auf der sich eine PDF-Datei mit rund 1.200 Seiten befand.

Weil Schrems davon überzeugt war, dass einerseits nicht alle seine Daten herausgegeben wurden, andererseits aber Informationen in der PDF-Datei enthalten waren, die er selbst längst gelöscht hatte, startete er einen Aufruf: Möglichst viele Facebook-Nutzer sollten auf dem von ihm aufgezeigten Weg ihre Daten anfordern. Und so Facebook signalisieren, dass ihnen der Umgang mit ihren Daten wichtig ist.

Wenig später erklärte Facebook, der Aufruf habe zu einer so großen Zahl von Anfragen geführt, dass man den Forderungen nicht innerhalb von 40 Tagen nachkommen könne. 40 Tage sind der Zeitraum, den der irische Datenschutzbeauftragte vorgibt. Der ist zuständig, weil Facebooks europäischer Sitz in Dublin ist.

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Nun hat das Netzwerk auch innerhalb seines Angebots reagiert. Der alte Link auf das Antragsformular zur Herausgabe der Daten führt jetzt nur noch auf die allgemeine Hilfe-Seite. Schrems und seine Initiative Europe versus Facebook schimpften, Facebook habe das Formular gelöscht.

Das Unternehmen dementiert energisch: "Der aktuelle Vorwurf ist unbegründet. Facebook ist nicht nur vollständig konform mit europäischen Datenschutzrichtlinien, wir sind auch der Auffassung, dass jedem Facebook-Nutzer seine Daten gehören und Nutzer einen einfachen Zugang dazu haben sollten. Aus diesem Grund stellen wir Nutzern eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, alles herunterzuladen, was sie jemals auf Facebook veröffentlicht haben." Zu finden ist der Download-Bereich unter den Kontoeinstellungen. "Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter", heißt es dort ganz unten.

Im Hilfebereich beschreibt Facebook unter der Überschrift "Wie kann ich auf die Daten meines Kontos zugreifen?": "Wir haben ein praktisches Werkzeug erstellt, mit dem Facebook-Nutzer gemäß der EU-Richtlinie 95/46/EC selber auf ihre persönlichen Daten zugreifen können, über die wir verfügen. Du kannst jederzeit umgehend und kostenlos auf deine Daten zugreifen. In diesem Download findest du alle Daten, die unserer Ansicht nach zur Einhaltung des Datenschutzgesetzes notwendig sind."

Das ist der Schlüsselsatz: Denn per Download gibt es längst nicht alle Daten. Übermittelt werden nur jene, von denen Facebook denkt, dass sie herausgegeben werden müssen, um die europäische Datenschutzrichtlinie zu erfüllen.

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Schrems ist überzeugt, dass der Download unvollständig ist 
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Anonymer Nutzer 16. Nov 2011

Mir ist klar, dass es nicht geht, wenn die Funktion nicht implementiert ist. Wenn man...

dempsey 14. Nov 2011

Ausserdem ist es normal das erstmal der größte Bruder daran glauben muss. Das ist doch...

Hilmy 13. Nov 2011

Liebes Golem Team finde cool, dass ihr über Datenschutzprobleme bei Facebook berichtet...

DAU-Jones 13. Nov 2011

Indem du keinerlei Freunde oder Bekannte hast. Oder nur solche die bereit sind deine...



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