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Linux Mint: Lisa mit Gnome-3-Eigenbau

Die Gnome-Shell in Linux Mint 12 alias Lisa soll an das "Look-and-Feel" von Gnome 2.32 erinnern. Dazu entwickelt das Projekt einige Gnome-Shell-Erweiterungen.
/ Sebastian Grüner
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Gnome 3 mit den Mint Gnome Shell Extensions (Bild: linuxmint.com)
Gnome 3 mit den Mint Gnome Shell Extensions Bild: linuxmint.com

Das Entwicklerteam von Linux Mint 12 will für Nutzer die Gnome-Shell stark anpassen(öffnet im neuen Fenster) . Die Mint Gnome Shell Extensions (MGSE) sollen alles enthalten, was der Gnome-Shell nach Meinung der Entwickler fehlt. Dazu gehören eine klassische Fensterleiste, ein einfaches Anwendungsmenü, sichtbare Symbole in der Kontrollleiste und ein an Fenstern statt an Anwendungen orientierter Desktop. Damit entfernt sich das Mint-Projekt einen Schritt weiter von Ubuntu, auf dem Linux Mint basiert.

Kein Weg führt an Gnome 3 vorbei

Die mit Gnome 3 eingeführte Gnome-Shell bricht mit bisherigen Nutzungskonzepten eines Desktops, was auch den Argwohn von Linus Torvalds erregt hat. Um Nutzern diesen Umbruch nicht zuzumuten, verzichteten die Entwickler in Linux Mint 11 noch auf Gnome 3 oder die Unity-Oberfläche von Ubuntu. Stattdessen wurde Gnome 2.32 eingesetzt.

Die Mint-Entwickler räumen aber auch ein, dass aus technologischer Sicht über kurz oder lang kein Weg an Gnome 3 vorbeiführt. Das heißt für die Entwickler aber nicht, dass "sie die Art und Weise, wie Nutzer mit Desktops umgehen, ändern müssen" . Sie stellten sich vielmehr die Frage, wie es ermöglicht werden könnte, dass Nutzer auch Gnome 3 mögen. Die Antwort darauf sind laut den Entwicklern die MGSE.

MGSE und Mate

Mit den MGSE soll Nutzern die freie Wahl gelassen werden, wie sie ihren Desktop nutzen. Das heißt auch, dass sich nur einzelne Erweiterungen nutzen lassen oder aber auch sämtliche deaktiviert werden können, um die ursprüngliche Gnome-Shell zu nutzen. Zwar steckten die Entwickler bereits viel Arbeit in die MGSE, die Funktionen sind aber noch nicht mit denen von Gnome 2.32 vergleichbar.

Deshalb will Linux Mint auch den Mate-Desktop(öffnet im neuen Fenster) mitliefern, einen Fork von Gnome 2.32. Die Installation von Mate und Gnome 3 auf einem Rechner ruft allerdings einige Probleme hervor. Deshalb arbeitet das Linux-Mint-Projekt aktiv mit den Mate-Entwicklern zusammen, um auftretende Fehler zu beseitigen. Auch muss ein Großteil der Erweiterungen von Gnome 2.32 umgeschrieben werden, damit sie mit dem Mate-Desktop einsetzbar sind.

"When it's ready"

In Anlehnung an die langjährige Philosophie des Debian-Projekts soll Linux Mint 12 erst dann erscheinen, wenn es fertig ist. Allerdings ist die Zeitspanne bis zur Veröffentlichung wohl deutlich kürzer als bei Debian, bei dem mehrere Jahre zwischen den Erscheinungsterminen liegen.

Ein erster Release Candidate von Linux Mint 12 alias Lisa ist für den 11. November geplant. Der tatsächliche Zeitpunkt kann sich jedoch weiter verschieben, sollten schwerwiegende Fehler auftreten. Einen endgültigen Termin für die Veröffentlichung von Linux Mint 12 gibt es noch nicht.


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