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Betrugsvorwurf: Telekom kündigt Drillisch und Simply

Die Deutsche Telekom arbeitet nicht mehr mit der Drillisch AG und ihrem Tochterunternehmen Simply zusammen. Zudem wurde laut Telekom wegen des Verdachts auf Provisionsbetrug mit Mobilfunkanschlüssen Strafanzeige gegen den Serviceprovider erstattet.
/ Christian Klaß
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Die Telekom will nicht mehr mit Drillisch zusammenarbeiten. (Bild: Deutsche Telekom)
Die Telekom will nicht mehr mit Drillisch zusammenarbeiten. Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom wirft der Drillisch(öffnet im neuen Fenster) -Tochter Simply(öffnet im neuen Fenster) Provisionsbetrug mit Mobilfunkverträgen vor und hat ihre Verträge mit dem Unternehmen fristlos gekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem wurde Strafanzeige erstattet. "Betrug dulden wir nicht und gehen konsequent dagegen vor" , betont Manfred Balz, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom.

Laut Telekom wurde im August 2011 festgestellt, dass der Vertriebspartner seit Februar dieses Jahres mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert hat, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse zugrunde liegen. Auf diese Weise soll Drillisch die Telekom um Provisionen betrogen haben. Die Telekom verlangt deshalb Provisionszahlungen in einstelliger Millionenhöhe zurück.

Die Geschäftsleitungen von Simply und der Drillisch AG sind laut Telekom teilweise identisch. Da weitere Gesellschaften der Drillisch-Gruppe beteiligt gewesen sein sollen, trennte sich die Telekom komplett von Drillisch. Drillisch-Kunden müssen sich aber keine Sorgen machen: Das Telekom-Netz steht ihnen weiterhin zur Verfügung.

Das Unternehmen habe trotz erdrückenden Beweismaterials den Sachverhalt nicht weiter aufgeklärt und die Vorwürfe bestritten. "Eine datenschutzkonforme Analyse ergab allerdings, dass die Karten für Scheinkunden aktiviert wurden" , so die Telekom in ihrer Pressemitteilung.

Telekom-Vorwürfe zurückgewiesen

Drillisch hingegen weist Vorwürfe der Deutschen Telekom in einer eigenen Mitteilung "entschieden zurück" . Insbesondere der Vorwurf, dass "mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert" worden wären, ohne dass entsprechende Kundenverhältnisse zugrunde lagen, entspreche nicht den Tatsachen.

"Die Simply Communications GmbH hat sich im Hinblick auf von der Telekom gezahlte Provisionen vollumfänglich in Übereinstimmung mit den mit der Telekom geschlossenen Verträgen verhalten" , betont der Vorstandssprecher der Drillisch AG, Paschalis Choulidis. Vor diesem Hintergrund gebe es weder eine rechtliche Grundlage für strafrechtliche Schritte noch für eine Rückforderung von Provisionen.

In den vergangenen Tagen und Wochen hätte sich Drillisch intensiv bemüht, die Sachlage mit der Telekom zu klären. Nachdem die Telekom auf ihrem unzutreffenden Standpunkt beharrt habe, hätte die Drillisch-Tochtergesellschaft Simply Communications GmbH bereits am 3. November 2011 den bestehenden Vertrag fristgemäß gekündigt. "Die Deutsche Telekom AG nahm dies nun offenbar zum Anlass, ihrerseits außerordentlich zu kündigen. Die Drillisch AG bedauert diese Eskalation und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Kündigung keine negativen Auswirkungen für die bestehenden Simply-Kunden hat" , so Drillisch.

Der ehemalige Telekom-Partner teilt in seiner eigenen Pressemitteilung außerdem mit, durch die Vertragsbeendigung seine gegenwärtigen und zukünftigen Gewinnprognosen nicht berührt zu sehen. "Wir bestätigen ebenfalls unsere EBITDA Guidance 2011 über 52 Millionen Euro" , heißt es abschließend in der Mitteilung der Drillisch AG.


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