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Gaza-Blockade: Israelische Geheimdienste nach Anonymous-Drohung offline

Israelischen Berichten zufolge hat Anonymous am vergangenen Wochenende die Webseiten mehrerer Behörden des Landes angegriffen. Das Militär und Geheimdienste wie der Mossad wurden demnach zum Ziel als Protest gegen die Blockade von Hilfsschiffen.
/ Nico Ernst
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Eines der vielen Anonymous-Logos (Bild: Anonymous)
Eines der vielen Anonymous-Logos Bild: Anonymous

Die Webseiten des Auslandsgeheimdienstes Mossad(öffnet im neuen Fenster) , des Inlandsdienstes Shin Bet(öffnet im neuen Fenster) und der israelischen Armee(öffnet im neuen Fenster) sind am vergangenen Sonntag ausgefallen. Dies berichtet die israelische Zeitung Haaretz(öffnet im neuen Fenster) . Sprecher der Behörden sagten der Zeitung, die Angriffe hätten die Webseiten über mehrere Stunden unerreichbar gemacht, ein Hack in die internen Systeme sei aber nicht erfolgt. Diese Beschreibung spricht für eine typische DDOS-Attacke.

Anonymous – offener Brief an Israel
Anonymous – offener Brief an Israel (02:10)

Haaretz vermutet hinter den Angriffen das Hackerkollektiv Anonymous. Die Gruppierung hatte in einem Video(öffnet im neuen Fenster) der israelischen Regierung mit Aktionen gedroht, wenn diese die Blockade von Hilfslieferungen für den Gazastreifen aufrechterhält. Israel fängt seit einiger Zeit Schiffe von Hilfsorganisationen ab.

Zwei abgefangene Schiffe als Auslöser

Einem Bericht des Focus(öffnet im neuen Fenster) zufolge traf dies am vergangenen Freitag zwei Schiffe, die von Soldaten besetzt wurden. Dieser Vorfall könnte der Auslöser für die Aktion von Anonymous sein. Das Kollektiv wirft Israel unter anderem vor, die Enterungen erfolgten auch in internationalen Gewässern, was einen Rechtsbruch darstellen würde.

Um sich gegen Cyberangriffe zu schützen, hatte Israel im Mai 2011 eine Taskforce gegründet. Das Land setzt zudem auch öffentliche Internetdienste wie Facebook ein. Im Juli hatten die israelischen Behörden Facebook durchforstet , um eine Liste von 300 Personen zu erstellen, die an der Einreise gehindert werden sollten. Dabei handelte es sich um Aktivisten, die an der Protestaktion "Willkommen in Palästina" teilnehmen wollten.


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