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Test Battlefield 3 Multiplayer: Eroberung der Extraklasse

Der Ärger um Origin , die nur ganz gute Kampagne und ein paar technische Probleme sollten den Blick auf eines nicht verstellen: Das zentrale Element von Battlefield 3 ist der Multiplayermodus. Und der überzeugt allen Widrigkeiten zum Trotz.
/ Peter Steinlechner
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Panzerduell im Mehrspielermodus von Battlefield 3 (Bild: Electronic Arts/Screenshot: Golem.de)
Panzerduell im Mehrspielermodus von Battlefield 3 Bild: Electronic Arts/Screenshot: Golem.de

Battlefield 3: Testübersicht
Donnerstag, 27. Oktober 2011: Test Kampagne
Freitag, 28. Oktober 2011: Testvergleich Grafik - Konsole vs. PC
Dienstag, 1. November 2011: Test Multiplayer

Aufstehen, ein paar Meter rennen und dann gleich wieder auf den Boden werfen. Irgendwo in der Nähe sind Gewehrschüsse zu hören. Aber egal, die Flagge flattert direkt vor uns. Jetzt sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Aber oh weh: Im letzten entscheidenden Moment rumpelt dann doch ein Panzer des feindlichen Teams an und tötet uns - allerdings bleiben wir nicht sehr lange tot, denn nach ein paar Sekunden Wartezeit kämpfen wir wieder auf den Schlachtfeldern von Battlefield 3.

Battlefield 3 - Test des Multiplayermodus
Battlefield 3 - Test des Multiplayermodus (04:03)

Wie von der Reihe nicht anders zu erwarten, steht auch in Teil 3 der Modus "Eroberung" im Mittelpunkt. Die Mehrzahl der Server bietet ihn an, auf Platz zwei folgt Rush und dann, weit abgeschlagen, die Deathmatch-Varianten - die wohl eher das Ziel haben, dem Konkurrenten Modern Warfare 3 bei der Vermarktung Paroli bieten zu können.

Gegenüber Battlefield 2 und Bad Company 2 gibt es eine ganze Reihe von Änderungen, die auf den ersten Blick wenig ausmachen, aber das Spielgefühl doch nachhaltig verändern. So heilen sich Flug- und Fahrzeuge jetzt bis zu einem gewissen Grad selbst, was die Vehikel spürbar aufwertet. Neu ist auch das Sperrfeuer, mit dem der Spieler seinem jeweiligen Opponenten die Sicht nimmt. Wenn der dann von einem Teamkollegen erledigt wird, bekommt auch der Spieler mit dem Sperrfeuer ein paar Punkte gutgeschrieben. Auf Playstation 3 und Xbox 360 können maximal 24 Teilnehmer an einer Partie teilnehmen - am PC sind es 64; allerdings sind die Karten auf der Konsole deutlich kleiner.

Auch die vier Klassen wurden im Detail verändert: So kann der Sturmsoldat nun auch heilen und - sobald er das freigeschaltet hat - mit dem Defibrillator einen gefallenen Kameraden wiederbeleben. Der Aufklärer wiederum hat nicht nur Zugriff auf Scharfschützengewehre, sondern kann mit seiner Drohne auch Informationen über den Feind sammeln. Die kleinen Änderungen an den Klassen wirken sehr ausbalanciert und scheinen bei den Spielern auf Zustimmung zu stoßen.

Das echte Highlight sind allerdings die Maps. Noch ist deutlich spürbar, dass Battlefield 3 erst seit ein paar Tagen auf dem Markt ist, denn etablierte Taktiken und Lauf- oder Fahrwege scheinen sich erst nach und nach herauszubilden. Aber bislang scheint es so, als ob den Entwicklern von Dice mit den neun Karten ein kleines Glanzstück gelungen ist. Die meisten sind riesig, trotzdem bieten sie extrem viel Abwechslung und sind auch noch so gestaltet, dass der Spieler recht schnell ein Gefühl dafür bekommt, wo beispielsweise kritische Stellen sein könnten.

Auch grafisch überzeugen die Maps: So robbt der Spieler durch das Gras weiter in Naturlandschaften, kämpft in einer düsteren Nachtumgebung mit schicken Lichteffekten und liefert sich Kämpfe in den Gängen der Pariser U-Bahn. Die bislang weiträumig angebotene Limited Edition von Battlefield 3 enthält außerdem einen Code für den Zugriff auf das Bonuspaket "Back to Karkland". Das sind vier bekannte, aber angeblich generalüberholte Maps aus Battlefield 2, die EA zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt veröffentlichen will.

Zu Land, zu See und in der Luft

Während Vehikel in der Kampagne kaum eine Rolle spielen, sind sie im Multiplayermodus enorm wichtig. 22 gibt es, neben Bodenfahrzeugen wie Jeeps und Panzern auch Boote sowie Fluggerät, also Hubschrauber und Kampfjets, allesamt ausgerüstet mit schwerem Kampfgerät. Die Steuerung der Vehikel ist einfach, trotzdem fühlt sich ein leichter Jeep wie ein leichter Jeep an, während ein Panzer deutlich schwerer erscheint.

In welches laufende Match der Spieler einsteigt, wählt er in der PC-Version von Battlefield 3 im ganz normalen Webbrowser aus. Das funktioniert ausgesprochen gut, alle wichtigen Filterfunktionen sind vorhanden und lassen sich komfortabel bedienen. Kleiner Nachteil sind die langen Ladezeiten: Wenn die Partie zwischenzeitlich doch voll ist, merkt das Programm das abhängig von der Leistungsfähigkeit des Rechners nach rund 30 bis 90 Sekunden, und der ganze Prozess beginnt von vorne. Obwohl es zahlreiche Berichte über nicht erreichbare Server gibt und das Entwicklerstudio Dice die Probleme bestätigt hat, hatte Golem.de mit dem PC keine nennenswerten Schwierigkeiten beim Zugriff auf Multiplayerpartien. Lediglich von den Problemen auf Xbox 360, die mittlerweile weitgehend behoben sind, waren wir ebenfalls betroffen.

Neben den klassischen Multiplayergefechten gibt es auch einen Koopmodus, in dem sich zwei Spieler durch sechs eher kurze Missionen kämpfen. So weitgehend wie etwa in Modern Warfare 2 müssen - und können - die beiden Teilnehmer nicht zusammenarbeiten, sie müssen einfach nur möglichst schnell die Gegner aus dem Weg räumen. Was gar nicht so einfach ist, denn im Koop gibt es in Battlefield 3 keine Checkpoints, wenn einer der menschlichen Soldaten oder beide sterben.

Fazit

Es gibt im Multiplayermodus von Battlefield 3 wahrscheinlich Dutzende von Kleinigkeiten, die jeder Spieler aus seiner individuellen Sicht anders machen würde. Der eine findet den Sturmsoldaten zu mächtig, den anderen stören die sich selbst reparierenden Vehikel. Unterm Strich hat das Entwicklerstudio Dice trotzdem viel mehr richtig als falsch gemacht. Die Maps sind super, die Klassen sehr gut ausbalanciert und interessant - trotz echter Unterschiede dürfte so gut wie jeder Spieler in jeder der Rollen Spaß haben. Wem die Eula des Onlineportals Origin egal ist, ist insbesondere mit der PC-Version Battlefield 3 für die nächsten Monate in Sachen Multiplayer versorgt.


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