Bundesdruckerei: 8,5 Millionen E-Personalausweise und kaum Onlineangebote

Der E-Personalausweis hatte mehrere Sicherheitsprobleme und daher einen schlechten Start. Mittlerweile sind 8,5 Millionen E-Personalausweise ausgegeben worden, aber erst rund 20 Unternehmen und Institutionen haben die Funktion in ihre Internetangebote eingebunden.

Artikel veröffentlicht am ,
Auf der Cebit 2011
Auf der Cebit 2011 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Die Bundesdruckerei hat knapp ein Jahr nach der Einführung mehr als 8,5 Millionen elektronische Personalausweise ausgegeben. Das gab das Unternehmen am 28. Oktober 2011 bekannt. Etwa 50.000 Ausweise können demnach täglich in der Produktionsstrecke gefertigt werden. Die Gesamtbearbeitungszeit von der Beantragung bis zur Ausgabe durch die Behörde dauert nach den Angaben drei bis vier Wochen. Die reine Produktionszeit beträgt durchschnittlich etwa sechs Arbeitstage, so das Unternehmen.

Stellenmarkt
  1. Technischer Projektleiter (w/m/d)
    Vertec GmbH, Hamburg, München, Zürich (Schweiz), Wien (Österreich) (Home-Office)
  2. IT-Supporter User Helpdesk (m/w/d)
    experts, Raum Ulm
Detailsuche

Nach dem Start des E-Personalausweises traten mehrfach Sicherheitsprobleme auf. Tests des Chaos Computer Clubs ergaben, dass Basislesegeräte ohne eigene Tastatur keinen Schutz bieten, wenn der Computer des Anwenders durch einen Keylogger verseucht ist. Die Tastatureingabe der sechsstelligen PIN, die zur Onlineauthentifizierung mit dem neuen Personalausweis notwendig ist, kann so mitgelesen werden.

Die AusweisApp, die Anwendungssoftware für den Ausweis, die eine verschlüsselte Verbindung zwischen dem Ausweis und dem eID-Server herstellt und die Zertifikats- und Authentizitätsprüfung vornimmt, wurde gehackt und musste überarbeitet werden. Die AusweisApp holte sich Updates von einem per SSL gesicherten Server und überprüfte, ob ein gültiges SSL-Zertifikat vorlag, jedoch nicht, ob dieses auch zum Server passte. Um das auszunutzen, hätte ein Angreifer den Client auf einen anderen Server lenken müssen, beispielsweise über einen manipulierten DNS-Server.

Der Ausweis im Scheckkartenformat ist ein elektronischer Identitätsnachweis, mit dem sich der Nutzer per Lesegerät auch über das Internet elektronisch ausweisen kann. Auch eine qualifizierte elektronische Signatur kann auf dem Ausweischip gespeichert werden. Doch nach zwölf Monaten gibt es im Internet erst wenige Angebote, die die Onlinefunktionen des neuen Ausweises unterstützen. Von den rund 230 Unternehmen und Institutionen, die sich an Anwendungstests für den neuen Ausweis beteiligt hatten, stiegen viele schon in der Pilotphase wieder aus.

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
  2. Unity Basiswissen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    7.–9. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ulrich Hamann, Chef der Bundesdruckerei: "In den nächsten Jahren geht es nun darum, Wirtschaft und Verwaltung das Potenzial zu verdeutlichen, das vor allem in den Onlinefunktionen des Ausweises liegt." Erst rund 20 Unternehmen und Institutionen haben die Online-Ausweisfunktion in ihre Internetangebote eingebunden, darunter Versicherungen, das Kraftfahrt-Bundesamt, die Deutsche Rentenversicherung und Kommunen. Weitere hätten angekündigt, entsprechende Anwendungen in den nächsten Monaten vorzustellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


snapy666 02. Nov 2011

Eigentlich sollte man keinem Staat blind vertrauen. Dadurch sind Sachen wie der...

snapy666 02. Nov 2011

Ja... traurig wie sich dieser Staat entwickelt. Deshalb versteh ich auch nicht wie man...

book 30. Okt 2011

Sitzt Du gerne bei Behörden rum? Also ich nicht.

jack-jack-jack 30. Okt 2011

- Belohnungsmodell für Auktionseinsteller + tolles Logo + optional nur Bieter zulassen...

vlad_tepesch 29. Okt 2011

gabs schon mal ein erfolgreiches staatliches IT-Groß-Projekt? Ich hoffe eigentlichh...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Musterfeststellungsklage
Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
Artikel
  1. Open Source: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden
    Open Source
    "Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden"

    Die E-Mail eines großen Konzerns an den Entwickler von Curl zeigt wohl eher aus Versehen, wie problematisch das Verhältnis vieler Firmen zu Open-Source-Software ist.

  2. Raumfahrt: US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten
    Raumfahrt
    US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten

    Was können denn andere Satelliten im geostationären Orbit? Fliegen wir hin und schauen nach.

  3. Elektro-Pick-up: Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt
    Elektro-Pick-up
    Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt

    In einem Video wird ein neuer Cybertruck-Prototyp von Tesla im Detail gezeigt. Es stammt vermutlich aus der Gigafactory in Texas.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • RX 6900XT 16 GB für 1.495€ • Acer Curved Gaming-Monitor 27" 259€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • Corsair 16GB DDR4-4000 111,21€ • 10% auf Gaming bei Ebay (u. a. Gigabyte 34" Curved UWQHD 144Hz 429,30€) • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /