USCC: Angreifer drangen mehrfach in zwei US-Satelliten ein

Auch Satelliten sind nicht vor Angreifern sicher: Unbekannte haben sich vor einigen Jahren mehrfach Zugang zu zwei US-Satelliten verschafft. Sie hätten die Raumflugkörper sogar übernehmen können.

Artikel veröffentlicht am ,
Landsat 7: Übertragung stören, Signale fälschen
Landsat 7: Übertragung stören, Signale fälschen (Bild: Nasa)

In den Jahren 2007 und 2008 konnten sich Unbekannte Zugang zu zwei US-Satelliten verschaffen. Insgesamt viermal sollen sie in die Systeme einer Bodenstation eingedrungen sein und so Zugriff auf die Satelliten gehabt haben. Das gehe aus einem Bericht hervor, den die US China Economic and Security Review Commission (USCC) im kommenden Monat dem US-Kongress vorlegen wird, schreibt die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Terra und Landsat 7

Stellenmarkt
  1. SAP-Inhouse Senior Consultants (m/w/d) mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft
    Landschaftsverband Rheinland, Köln
  2. Software Developer Java (m/f/d)
    Hays AG, Stuttgart
Detailsuche

Bei den Satelliten handelte es sich um Terra, auch EOS-1 oder EOS-AM1 genannt, sowie um Landsat 7, die zur Erd- und Klimabeobachtung sowie zur Kartierung eingesetzt werden. Landsat wird von der US-Weltraumbehörde Nasa, Terra wird von der Nasa und der Behörde US Geological Survey betrieben.

Im Oktober 2007 und im Juli 2008 hätten die Unbekannten jeweils zwölf Minuten lang Zugriff auf Landsat 7 gehabt, auf Terra im Juni 2009 zwei und im Oktober des Jahres neun Minuten lang. Wie sie die Satelliten manipuliert hätten, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Angreifer hätten bei Terra alle nötigen Schritte unternommen, um den Satelliten übernehmen zu können. Sie hätten ihm jedoch keine Kommandos gegeben.

Angriff über Spitzbergen

Den Zugang zu den Satelliten verschafften sie sich über die Systeme der Bodenstation Svalbard Satellite Station (Svalsat) auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen. Die Station nutzt laut Nasa das Internet für den Datentransfer. In dem Bericht wird gemutmaßt, dass die Angreifer die Internetverbindung genutzt haben, um sich Zugang zu den Svalsat-Systemen zu verschaffen.

Golem Akademie
  1. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.05.2022, Virtuell
  2. LPI DevOps Tools Engineer – Prüfungsvorbereitung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21./22.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Angriff auf Satelliten stelle eine ernste Bedrohung dar, resümiert der Bericht, zumal wenn er sich gegen einen Satelliten richte, der geheime Aufgaben habe. "Der Zugang zur Steuerung eines Satelliten ermöglicht es einem Angreifer, den Satelliten zu beschädigen oder zu zerstören. Er könnte auch die Übertragung des Satelliten stören oder unterbinden, sie verfälschen oder anderweitig manipulieren."

Keine Schuldzuweisung

Eine Schuldzuweisung nimmt der Bericht nicht vor. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass der Angriff im Einklang mit Direktiven des chinesischen Militärs steht. Das plädiert dafür, gegnerische Satelliten oder ihre Bodenstationen abzuschalten. Bei Cyberangriffen auf Einrichtungen in den USA werden meist China und Russland als Drahtzieher verdächtigt.

Die USCC ist ein Kongressausschuss, der sich mit den Sicherheitsaspekten der Beziehungen zwischen den USA und China beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte die USCC in ihrem Bericht der chinesischen Regierung vorgeworfen, in Computersysteme anderer Länder einzudringen sowie entsprechende Aktivitäten von Unternehmen und Bürgern zu unterstützen.

Nachtrag von 1. November 2011, 12:20 Uhr

Die chinesische Regierung hat den impliziten Vorwurf, für den Satellitenhack verantwortlich zu sein, zurückgewiesen. Auf einer Pressekonferenz am Montag hatte sich Hong Lei, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, zu den Anschuldigungen der USCC geäußert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

"Diese Kommission betrachtet China stets durch eine gefärbte Brille", sagte Hong. Der Bericht sei unwahr und mit Hintergedanken erstellt. China werde selbst immer wieder zum Ziel von Cyberangriffen. Das Land lehne jede Form der Cyberkriminalität ab.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


slashwalker 02. Nov 2011

Solange man mit CO2 Kohle scheffeln kann, wird sich daran auch nichts ändern.

lemmer 01. Nov 2011

Naja, zumindest freie Transponder auf TV-Satelliten hat man auch schon gekapert, um...

Chrizzl 31. Okt 2011

...zu wissen, wo genau die Satelliten sich zur Zeit der Übernahme befunden haben. Worauf...

der kleine boss 29. Okt 2011

Kommt davon wenn man als nasa-mitarbeiter pornos mit der endung .exe auf nem Firmen-Pc...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kitty Lixo
Nach Sex mit Mitarbeitern Instagram-Account zurückerhalten

Laut einer Sexdarstellerin muss man nur die richtigen Leute bei Facebook sehr intim kennen, um seinen Instagram-Account immer wieder zurückzubekommen.

Kitty Lixo: Nach Sex mit Mitarbeitern Instagram-Account zurückerhalten
Artikel
  1. Ebay-Kleinanzeigen: Im Chat mit den Phishing-Betrügern
    Ebay-Kleinanzeigen
    Im Chat mit den Phishing-Betrügern

    Wenn man bestimmte Anzeigen in Kleinanzeigenportalen aufgibt, hat man sofort einen Betrüger an der Backe. Die Polizei kann kaum etwas dagegen tun.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Autos: Mercedes' Luxuskurs könnte das Aus für A- und B-Klasse sein
    Autos
    Mercedes' Luxuskurs könnte das Aus für A- und B-Klasse sein

    Mercedes definiert sich neu als Luxuskonzern. Das könnte auch das Ende für die Einsteiger-Modelle bedeuten, weil mit diesen kaum Geld zu verdienen ist.

  3. Ericsson und Telia Norway: Fast 4 GBit/s in 26-GHz-Netz erreicht
    Ericsson und Telia Norway
    Fast 4 GBit/s in 26-GHz-Netz erreicht

    26-GHz-Netz-Antennen erreichen in Norwegen Höchstwerte bei der Datenübertragung. Die 5G-Ausrüstung kommt von Ericsson.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 87€ Rabatt auf SSDs • PNY RTX 3080 12GB günstig wie nie: 974€ • Razer Basilisk V3 Gaming-Maus 44,99€ • PS5-Controller + Samsung SSD 1TB 176,58€ • MindStar (u. a. MSI RTX 3090 24GB Suprim X 1.790€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 464,29€ [Werbung]
    •  /