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Biegsame Elektronik: Forscher können Speicher auf Folien drucken

Forscher am US-Institut Parc haben erstmals einen funktionierenden CMOS-Speicher auf einer biegsamen Folie untergebracht. Das Bauteil beherbergt sowohl die Speicherzellen als auch die für deren Ansteuerung nötige Elektronik.
/ Nico Ernst
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Gedruckter Speicher auf Folie (Bild: Thinfilm)
Gedruckter Speicher auf Folie Bild: Thinfilm

Am Palo Alto Research Center (Parc(öffnet im neuen Fenster)) haben Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Unternehmen Thinfilm(öffnet im neuen Fenster) einen biegsamen Speicher hergestellt. Im Gegensatz zu früheren solchen Versuchen, die für biegsame Elektronik angestellt wurden, enthält das Bauteil alle Teile eines Halbleiterspeichers.

PARC erklärt, wie Elektronik gedruckt wird
PARC erklärt, wie Elektronik gedruckt wird (00:54)

Solche Speicher wie beispielsweise ein DRAM sind in Zeilen und Spalten organisiert. Um eine bestimmte Zelle zu finden, müssen deren Adressen wie in einem Koordinatensystem bekannt sein. Diese Ansteuerung der Daten erledigen DRAMs schon seit Jahrzehnten selbst, und das kann nun auch der biegsame Speicher.

Neben den Speicherzellen gelang es mittels organischer Tinten auch, die verschiedenen Transistortypen eines Logik-Bausteins zu drucken. Aus diesen Transistoren ist die Ansteuerung der Speicherzellen gebaut. Allzu groß ist der Speicher noch nicht: Laut Technology Review passen bisher gerade einmal 20 Bits hinein.

Das reicht aber, um einige Messwerte zu erfassen. Das ist beim Transport wertvoller Güter wie Medikamente nötig, bei denen man sich nicht allein auf mechanische Anzeigen wie ein Siegel verlassen darf. Eine Folie, auf der Sensoren zusammen mit dem Speicher und einem kleinen Mikrocontroller untergebracht sind, soll laut Thinfilm-Chef Davor Sutija in drei bis fünf Jahren nur noch einige US-Cent kosten.

Die geringen Herstellungskosten sind ein Vorteil von biegsamer Elektronik auf Folien. Der andere ist die Tatsache, dass sich solche Geräte auch auf jedem anderen Gegenstand anbringen lassen, so, als benutze man ein Klebeband. Versorgt werden die bisher sehr einfachen Geräte meist nicht durch Batterien. Wenn es ein dediziertes Lese- und Schreibgerät gibt – wie im industriellen Umfeld -, kommt für die Stromversorgung Induktion infrage, bei mobileren Geräten auch dünne Solarzellen. Für größere Geräte gibt es auch schon biegsame Akkus.


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