Quartalsbilanz: Amazon erleidet wegen Kindle Fire drastischen Gewinneinbruch

Amazons Gewinn ist im dritten Quartal 2011 um 73 Prozent auf 63 Millionen US-Dollar (14 Cent pro Aktie) eingebrochen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde noch ein Gewinn von 231 Millionen US-Dollar (51 Cent pro Aktie) verbucht. Der Umsatz stieg um 44 Prozent auf 10,88 Milliarden US-Dollar, nach 7,56 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die Analysten hatten einen Gewinn von 24 Cent pro Aktie und einem Umsatz von 10,9 Milliarden US-Dollar erwartet. Damit verpasst der weltgrößte Internethändler ein weiteres Mal die Analystenprognose. Die Aktie verlor um 18 Prozent.
Amazon hatte das Kindle Fire für 199 US-Dollar vorgestellt . In den USA soll das Tablet ab dem 15. November 2011 verkauft werden. Konzernchef Jeff Bezos erklärte am 25. Oktober 2011(öffnet im neuen Fenster) bei Bekanntgabe der Quartalszahlen: "Basierend auf den Vorbestellungen, die wir für den Kindle Fire erhalten haben, mussten wir einige Millionen mehr bestellen, als wir ohnehin geplant hatten."
Doch dennoch fiel die Prognose für das laufende vierte Quartal 2011 verhalten aus. Amazon erwartet einen Umsatz von 16,45 Milliarden US-Dollar bis 18,65 Milliarden US-Dollar. Die Börsenexperten hatten 18,15 Milliarden US-Dollar berechnet. Operativ plant Amazon sogar einen Verlust von 200 Millionen US-Dollar oder einen Gewinn von bis zu 250 Millionen US-Dollar ein.
Bereits im zweiten Quartal 2011 hatte Amazon einen Gewinnrückgang verzeichnet, weil die Ausgaben für Rechenzentren, Logistikzentren und für Personal massiv gesteigert wurden. Im vergangenen Quartal dürften noch die Ausgaben für die Produktion und die Entwicklung des Kindle Fire die Bilanz belastet haben. Nach Berechnungen der Analysten von IHS Incorporated verliert Amazon mit jedem verkauften Kindle Fire 19 US-Dollar. Bezos will über das Kindle Fire Musik, Bücher, Filme und Software verkaufen.
Nachtrag vom 25. Oktober 2011, 23:53 Uhr
Amazon-Finanzchef Tom Szkutak sagte in der Telefonkonferenz mit Analysten, dass der Ausbau der Logistikzentren, Investitionen in den Kindle und das digitale Geschäft höhere Ausgaben verursacht hätten.



