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Festplattenkrise: Restposten externer 2-TByte-Festplatten für 59 Euro

Media Markt verkauft seine in der vergangenen Woche beworbenen externen Festplatten von Lacie mit 2 Terabyte Kapazität weiterhin zum ursprünglichen Preis von 59 Euro. Das dürfte die günstigste Möglichkeit sein, noch so viel Speicherplatz zu erhalten. Auch ein Ausbau ist problemlos möglich.
/ Nico Ernst
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Seagate-Festplatte im Lacie-Gehäuse (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
Seagate-Festplatte im Lacie-Gehäuse Bild: Nico Ernst/Golem.de

Durch die Flutkatastrophe in Thailand werden Festplatten auf Monate wesentlich teurer bleiben. Statt den noch vor wenigen Wochen üblichen rund 70 Euro für ein 2-TByte-Laufwerk verlangen deutsche Hardwareversender seit einigen Tagen rund 100 Euro. Die Preise steigen dabei ständig. Ein Klick auf vermeintlich günstigere Angebote bei Preisvergleichsseiten führt oft zu teureren Angeboten direkt beim Händler, oder zu dem Hinweis: "Derzeit nicht verfügbar".

Bei einem Inkognito-Besuch von Golem.de bei einem Media Markt in einer deutschen Großstadt fanden sich jedoch noch rund 200 externe Lacie-Laufwerke mit 2 TByte zum Preis von 59 Euro. Eines dieser Laufwerke hat die Redaktion auch zu diesem Preis gekauft. Media Markt hatte das Gerät in der vergangenen Woche in seinem üblichen Prospekt (PDF(öffnet im neuen Fenster)) beworben, und zumindest dieser Markt verkauft die Laufwerke weiterhin zu diesem Preis.

Ein Verkäufer sagte Golem.de, die Festplatten würden derzeit sehr stark nachgefragt. Die momentan vorhandenen, die in zwei Stapeln gut platziert waren, würden noch zum beworbenen Preis verkauft. Was die nächste Lieferung dann kosten wird, sei noch nicht bekannt. Auffällig war in dieser Filiale auch, dass die internen 2-TByte-Festplatten alle schon 99 Euro kosteten. Von einem Modell von Western Digital gab es nur noch ein Exemplar mit bereits geöffneter Verpackung. Der Hersteller war von der Flutkatastrophe besonders stark getroffen. Mehrere ungeöffnete Exemplare einer Samsung-Festplatte mit 2 TByte waren aber noch verfügbar.

In unserer Lacie-Festplatte, nach dem Designer des Gehäuses "Neil Poulton" genannt, steckt eine Seagate-Festplatte mit der Modellnummer ST2000DL001. Dabei handelt es sich um ein Laufwerk, das so von Seagate auch in seinen externen Goflex-Platten verbaut wird. Es stammt aus der Serie Barracuda Green und wurde laut Kennzeichnung im Juni 2011 hergestellt. Wie Seagate Golem.de bestätigte, handelt es sich um die OEM-Version der aktuellen Serie ST2000DL003, das Datenblatt(öffnet im neuen Fenster) soll auch für das Modell 001 gelten. Mit 4,5 Watt im Leerlauf (active idle) ist die Platte nicht das sparsamste 2-TByte-Modell. Bei einer Platte mit 5.900 U/Min. empfiehlt sie sich auch nicht unbedingt als Boot-Laufwerk.

Einfacher Ausbau aus stromhungrigem Gehäuse

Dennoch ist es die bessere Wahl, das Laufwerk aus dem Lacie-Gehäuse auszubauen, denn darin kann die Festplatte nicht optimal genutzt werden: Das Gehäuse bietet nur einen Anschluss nach USB 2.0 und ist wegen der fehlenden Stromsparfunktion auch nicht für digitale Videorekorder oder HTPCs zu empfehlen. Wenn der Host heruntergefahren wird, läuft die Platte im Lacie-Gehäuse weiter, zusammen mit ihrem Netzteil nimmt sie kontinuierlich rund 8 Watt auf. Wir haben das an zwei PCs und dem Sat-Receiver UFS 902 von Kathrein ausprobiert.

Zum Vergleich: Ein Eigenbau aus der Redaktion mit einer WD20EARX und einem Icy-Box-Gehäuse von Raidsonic kommt nur auf 4,5 Watt im Leerlauf. Zudem erkennt das Gehäuse, wenn der Host nicht mehr vorhanden ist und versetzt die Festplatte in den Standby-Modus mit abgeschaltetem Motor. Dann nimmt diese Kombination aus Netzteil, Gehäuse und Festplatte nur noch 2,3 Watt auf.

Der Ausbau der Seagate-Platte aus dem Lacie-Gehäuse klappt ohne Spezialwerkzeug. Wie bei anderen Snap-In-Bauweisen helfen auch hier entweder ausgediente CDs oder Kreditkarten. Dafür gibt es auch eine Anleitung (PDF(öffnet im neuen Fenster)) für ein älteres Modell. Die Tipps darin ließen sich auch auf unser Gerät aus dem Media Markt anwenden. Man sollte nur beachten, dass die mit dem Gehäuseboden verschraubte Platte beim Aushebeln des Plastikgehäuses nicht herunterfällt.

Lacies eigenwillige Formatierung, die beim Einsatz als externe Platte über ein vorinstalliertes Tool des Herstellers geändert werden kann, lässt sich mit den Partitionierungswerkzeugen jedes Betriebssystems löschen. Danach läuft die SATA-Festplatte wie jedes andere interne Modell auch. Die Garantie für das Lacie-Gerät geht beim Ausbau der Platte verloren, darauf weist auch ein Aufkleber auf einer der Schrauben hin, die das Laufwerk im Gehäuse halten.

Ob auch andere Media Märkte noch zahlreiche Exemplare der Lacie-Festplatte anbieten, ließ sich bisher nicht überprüfen. Das ist aber anzunehmen, da das Unternehmen mit seiner jüngsten Preisoffensive die meisten Onlineangebote unterbieten will und das Lacie-Gerät eines der bundesweit beworbenen Produkte ist. Wir freuen uns über Erfahrungen von Lesern im Kommentarbereich oder per E-Mail.


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