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Nokia: Qt ist freies Projekt

Die Entwicklung von Qt geschieht ab sofort auf qt-project.org(öffnet im neuen Fenster) . Neben dem Umzug auf eine neue Domain soll das Projekt künftig stärker von freien Entwicklern getragen werden.
/ Sebastian Grüner
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Das Qt Project hat eine eigene Infrastruktur. (Bild: Nokia)
Das Qt Project hat eine eigene Infrastruktur. Bild: Nokia

Mit der Domain qt-project.org(öffnet im neuen Fenster) hat das Framework Qt eine neue Heimat gefunden(öffnet im neuen Fenster) . Wie bereits im September von Nokia angekündigt , existiert nun eine eigene Infrastruktur für das Projekt, und auch Entwickler, die nicht bei Nokia beschäftigt sind, können Maintainer werden. Damit wird die Entwicklung von Qt künftig stärker von einer Gemeinschaft geleitet.

Serverinfrastruktur

Wie bisher wird Jira(öffnet im neuen Fenster) als Bugtracker genutzt. Obwohl Jira proprietäre Software ist, sind Lizenzen für freie Projekte kostenlos verfügbar. So nutzt zum Beispiel die Apache Software Foundation Jira neben Bugzilla(öffnet im neuen Fenster) . Der Umzug des gegenwärtig genutzten Jira-Servers wird allerdings erst in den kommenden Wochen stattfinden.

Das Einreichen und Überprüfen der Patches von Qt geschieht auf dem Gerrit-Server(öffnet im neuen Fenster) codereview.qt-project.org. Jeder Entwickler, der bereits über einen Jira-Account verfügt, kann mit denselben Zugangsdaten auch auf Codereview zugreifen. Die öffentlichen Quellcode-Repositories finden sich auf Gitorious(öffnet im neuen Fenster) .

Neben den Servern, die für die Entwicklung gedacht sind, gibt es aber auch ein Wiki(öffnet im neuen Fenster) und Mailinglisten(öffnet im neuen Fenster) . Noch ist die Anzahl der Listen eher gering, diese soll jedoch bei Bedarf erhöht werden. Eine der ersten Diskussionen, die die Entwickler über eine der Listen führen, dreht sich um die Idee eines Webframeworks.

Open Governance

Wie genau das Qt Project organisiert werden soll, haben die Entwickler in einem " Governance Model(öffnet im neuen Fenster) " festgelegt. Demnach werden die Beteiligten am Projekt in fünf Gruppen aufgeteilt und haben entsprechende Befugnisse, um zum Beispiel Patches zu akzeptieren oder zurückzuweisen.

Eines der Hauptziele dieses Organisationsmodells ist es, wichtige Entscheidungen in die Hände einer Entwicklergemeinschaft zu legen. So wird in der Ankündigung besonders Thiago Macieira(öffnet im neuen Fenster) als Maintainer von QtCore(öffnet im neuen Fenster) erwähnt. Dieser betreut das Herzstück von Qt, ist aber nicht bei Nokia beschäftigt.

Das Beitragen zu Qt soll nun ebenfalls vereinfacht sein. Dafür muss jedoch nach wie vor eine Lizenzvereinbarung von Nokia akzeptiert werden(öffnet im neuen Fenster) . Mit dieser tritt der Entwickler aber ausdrücklich nicht sein Urheberrecht ab, sondern lizenziert seinen Code lediglich an Nokia. Das ist notwendig, um die kommerzielle Verwendung von Qt sicherzustellen. Aber auch um den Vereinbarungen zwischen Nokia und KDE gerecht zu werden.

Die Infrastruktur des Qt-Projects soll von einer gemeinnützigen Organisation finanziert werden. Die Qt Project Hosting Foundation hat aber kein Mitspracherecht an der Qt-Entwicklung.


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