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Power Dreaming: Mit virtueller Realität gegen Belastungsstörungen

3D-Brillen und virtuelle Realität sollen künftig Soldaten und anderen Patienten helfen, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Die US-Armee plant dazu im kommenden Jahr ein Forschungsprojekt.
/ Werner Pluta
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Unter PTSD leidender US-Veteran: beruhigende Bilder in 3D (Bild: John Moore/Getty Images)
Unter PTSD leidender US-Veteran: beruhigende Bilder in 3D Bild: John Moore/Getty Images

Viele Soldaten leiden nach Kampfeinsätzen unter posttraumatischen Belastungsstörungen(öffnet im neuen Fenster) (Posttraumatic Stress Disorder, PTSD). Diese manifestieren sich in Panikanfällen, Schlafstörungen oder Angstzuständen. Die US-Armee sucht nach Behandlungsmethoden, um diesem Phänomen beizukommen. Eine erinnert an den Science-Fiction-Film Inception(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 2010.

Verhaltenstherapie und virtuelle Realität

Power Dreaming(öffnet im neuen Fenster) heißt das Projekt, das die Not der Soldaten mit technischer Hilfe lindern soll. Power Dreaming soll die derzeitigen Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie(öffnet im neuen Fenster) , die bei der Behandlung von PTSD-Patienten eingesetzt werden, "durch den technischen Fortschritt bei Biofeedback und virtueller Realität ergänzen" , heißt es in der Projektbeschreibung(öffnet im neuen Fenster) .

Das Konzept sieht vor, dass ein Soldat, der nachts aus einem Alptraum aufwacht, eine 3D-Brille aufsetzt. Er sieht sich dann in eine virtuelle Landschaft versetzt. Dort trifft er auf virtuelle Abbilder von Freunden, die ihm in der Stresssituation beistehen. Durch die positiven Bilder und die Anwesenheit der Avatare vertrauter Personen sollen die nächtlichen Alptraumbilder verscheucht werden und der Patient sich wieder beruhigen.

Biofeedback

Die Landschaft ist die digitale Repräsentation einer Szenerie, die einen beruhigenden Einfluss auf den Probanden hat. In der Therapie lernen PTSD-Patienten, sich solche Bilder vorzustellen, um den Stress abzubauen. Mit Hilfe von Biofeedback wird deren Wirkung gemessen und dem Soldaten gezeigt, der sich so selbst beobachten kann.

Kürzlich hat die US-Armee dem US-Beratungsunternehmen ICF International(öffnet im neuen Fenster) 500.000 US.Dollar zukommen lassen, um das Projekt voranzubringen. Das sei derzeit jedoch noch im Planungsstadium, erklärte ein Sprecher des Marinehospitals in Bremerton(öffnet im neuen Fenster) im US-Bundesstaat Washington dem Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) , wo das Projekt durchgeführt werden soll. Das soll im kommenden Jahr der Fall sein.


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