Versteigerung: Jetzt will auch Google ein Gebot für Yahoo abgeben
Google spricht mit Investmentkonzernen, um sich an der Finanzierung einer Übernahme des Kerngeschäfts von Yahoo zu beteiligen. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine informierte Person. Die Verhandlungen befinden sich noch in einem früheren Stadium und ein offizielles Angebot von Google liegt noch nicht vor. Mit mindestens zwei Investmentfirmen soll Google Gespräche aufgenommen haben. Möglich ist auch, dass der Internetkonzern den Plan nicht umsetzt.
Google interessiert sich laut dem Bericht dafür, Anzeigen über das Werbenetzwerk von Yahoo zu verkaufen. Google hat zudem Interesse daran, die fast 700 Millionen Unique Visitors, die Yahoo im Monat verzeichnet, auf sein soziales Netzwerk Google+ zu lenken. Google würde zudem gerne Yahoos Anzeigenpartnerschaft mit dem US-Fernsehsender ABC News übernehmen. Möglich sei auch, dass Google mit seiner Beteiligung am Verkauf von Yahoo einfach nur den Preis hochtreiben und die Verhandlungen für die anderen Beteiligten erschweren wolle, so das Wall Street Journal.
Weitere Interessenten: Alibaba und Microsoft
Yahoo steht seit der Entlassung von Konzernchefin Carol Bartz im September 2011 zum Verkauf. Trotz eines Wachstums des Marktes für Onlinewerbung um knapp 20 Prozent jährlich gelang Yahoo kein Umsatzwachstum.
Ein Zusammengehen von Yahoo und Google würde mit Sicherheit von den Wettbewerbsbehörden intensiv untersucht. Im Jahr 2008 verhinderten sie bereits eine Kooperation der beiden Firmen auf dem Onlinewerbemarkt. Ein Jahr später wurde die Partnerschaft zwischen Yahoo und Google geschlossen.
Jack Ma, der Chef des chinesischen Internetkonzerns Alibaba, hatte am 1. November 2011 erklärt, Yahoo kaufen zu wollen. Alibaba.com ist eine der größten Onlinehandelsplattformen der Welt. Zur Alibaba Group gehört neben der Auktionsplattform Taobao auch Yahoo China. Das Chinageschäft hatte Alibaba 2005 von Yahoo übernommen. Im Gegenzug hatte Yahoo einen Anteil von rund 40 Prozent an Alibaba gekauft. Es ist aber unklar, ob Ma bereits ein ernstgemeintes Angebot vorgelegt hat.
Microsoft prüft laut unbestätigten Berichten ebenfalls eine Übernahme von Yahoo. Der Softwarekonzern verfügt über Finanzreserven von 53 Milliarden US-Dollar. Microsoft könnte demnach zusammen mit Silver Lake Partners und Canada Pension Plan Investment Board ein Gebot vorbereiten und dazu eine Milliarde US-Dollar beisteuern.
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