New York Times: Tageszeitung gewinnt zehntausende zahlende Onlineabonnenten
Den Zugang zu ihren Onlineangeboten kostenpflichtig zu machen, scheint der Tageszeitung New York Times (NYT) nicht geschadet zu haben. Seit April 2011 ist das Onlineangebot der renommierten Tageszeitung kostenpflichtig . Die Zahl der zahlenden Nutzer sei seither deutlich angestiegen, berichtet die New York Times in eigener Sache(öffnet im neuen Fenster) .
Mehr Nutzer von Bezahlinhalten
Nach drei Monaten, Ende Juni 2011, hätten 281.000 Abonnenten die unterschiedlichen digitalen Ausgaben der Zeitung genutzt. Darunter fällt die Website der Zeitung, aber auch die Ausgaben für mobile Geräte. In den folgenden drei Monaten seien 43.000 hinzugekommen – Ende September hatte die NYT 324.000 zahlende Onlinenutzer.
Der Nutzer muss nicht sofort dafür bezahlen, die NYT online lesen zu können. 20 Artikel im Monat sind kostenlos. Erst danach fordert der Verlag auf, ein kostenpflichtiges Onlineabonnement abzuschließen(öffnet im neuen Fenster) . Das beinhaltet den Zugang zur Website sowie eine App für Smartphone oder Tablet und kostet zwischen 15 und 35 US-Dollar.
Lockangebot
Für den Anfang lockt die Zeitung die Leser mit einem Sonderangebot: Im ersten Monat kostet der Onlinezugang nur knapp 1 US-Dollar. Die Frage ist, was nach Ablauf des Probemonats passiert. Verlängern die Leser ihr Abonnement, oder bestellen sie es ab? "Die große Mehrheit dieser Abonnenten ist dazu übergegangen, den vollen Preis für den Zugang zu den digitalen Inhalten der Times zu bezahlen" , resümierte Verlagschefin Janet Robinson. Wie hoch der Prozentsatz war, verriet sie indes nicht.
Rund 800.000 Leser der Printausgabe hätten ihr Abonnement auf die Onlineausgabe ausgeweitet, die sie kostenlos nutzen können. Die Zahl der Abonnenten der gedruckten Zeitung steige zudem, was der Verlag darauf zurückführt, dass die Leser nicht nur die Zeitung ins Haus geliefert bekommen, sondern gleichzeitig auch Zugriff auf die Onlineausgabe bekommen.
Rupert Murdoch erfolglos
Für die NYT scheint das Kalkül, für Onlineinhalte Geld zu verlangen, aufzugehen. Bezahlte Angebote betrachten manche Medienunternehmer als Rettung. Vor allem der Australier Rupert Murdoch setzt darauf. Anders als bei der NYT scheint der Erfolg bei seinen Objekten auszubleiben. Die Zugriffszahlen auf die Onlineangebote der Times und der Sunday Times seien stark gesunken , seit die Leser für die Webangebote der beiden britischen Publikationen bezahlen müssen.
Hierzulande macht sich inzwischen auch Skepsis gegenüber dem sogenannten Paid Content breit. Es sei "fast unmöglich, Menschen für die Inhalte im Web zahlen zu lassen" , erklärte etwa Philipp Welte , Vorstand bei Hubert Burda Media, kürzlich bei den Medientagen in München.
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