W3C-Standard: XML-Encryption geknackt

Forscher vom Lehrstuhl für Netz- und Datensicherheit der Ruhr-Universität Bochum (RUB)(öffnet im neuen Fenster) haben den XML-Encryption-Standard des W3C(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahre 2002 analysiert und für unsicher befunden. Die XML Encryption soll eigentlich die Vertraulichkeit von äußerst sensiblen XML-Datenströmen (Extensible Markup Language) von Webservices in Bereichen wie E-Commerce, Finanzdienste oder öffentliche Verwaltung gewährleisten. Aus Bochum heißt es nun: "alles unsicher" .
Juraj Somorovsky und Tibor Jager konnten eine Schwäche bei der Verkettung der Chiffretext-Blöcke im Betriebsmodus CBC für den Angriff ausnutzen. Die Forscher dazu: "Wir können verschlüsselte Daten entschlüsseln, indem wir den Server mit modifizierten Chiffretexten ansprechen und aus seiner Antwort Rückschluss auf die eigentliche Nachricht ziehen."
Die Bochumer Forscher testeten das Verfahren laut einer Mitteilung der RUB selbst oder wurden von Firmen benachrichtigt, die ihre Produkte auf Anfälligkeit gegenüber der XML Encryption Schwachstelle prüften. In allen Fällen soll der Angriff funktioniert haben, so dass der weit verbreitete Standard als definitiv nicht sicher eingestuft werden muss. Details wollen die Forscher in dieser Woche auf der renommierten ACM Conference on Computer and Communications Security (ACM CCS 2011) in Chicago vorstellen.
Eine einfache Gegenmaßnahme gibt es laut Somorovsky nicht. "Daher empfehlen wir dringend, den Standard anzupassen und die technische Spezifikation diesen Erkenntnissen folgend zu aktualisieren" , sagte der Forscher weiter.
Die Wissenschaftler haben alle Anbieter über die Mailingliste des W3C informiert. Gemeinsam mit einigen interessierten Entwicklern sollen sie speziell angepasste Sicherheitslösungen entwickelt haben.



