Militär: USA plante Cyberwar gegen Libyen

Die USA haben eine Cyberattacke auf Libyen geprüft, um die Luftverteidigung des Landes auszuschalten. Das berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise aus Regierung und Militär. Im März 2011 wurde intensiv diskutiert, die Firewalls der libyschen Regierung zu überwinden, die militärischen Kommunikationskanäle zu blockieren, um zu verhindern, dass die Frühwarnradaranlagen des Landes Nato-Kampfflugzeuge erkennen und abschießen. Die Details der Planungen fielen unter die militärische Geheimhaltung, so die Zeitung.
Regierungsvertreter und Militärs hätten aber darauf verzichtet, um keinen Präzedenzfall für China und Russland zu schaffen, ebenfalls auf Mittel des Cyberkriegs zu setzen. Unklar war auch, ob Präsident Barack Obama einen Cyberschlag ohne die Zustimmung des Kongresses der Vereinigten Staaten anordnen könne.
"Wir wollen nicht diejenigen sein, die das Glas zu dieser neuen Art der Kriegsführung als Erste brechen" , sagte James Andrew Lewis, Senior Fellow der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS), die auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten spezialisiert ist.
Cyberangriffe würden von den USA zunehmend geprüft oder eingesetzt. So sei es bei Stuxnet gewesen, dem Wurm, der eine iranische Uran-Anreicherungsanlage angriff. "Es gibt einige Hinweise darauf, dass der Wurm ein Projekt der USA und Israel war" , erklären die New-York-Times-Autoren Eric Schmitt und Thom Shanker. Auch als ein Navy-Seal-Kommando am 2. Mai 2011 Osama bin Laden tötete, schlug der militärische Planungsstab vor, das pakistanische Radar mit einer Cyberattacke lahmzulegen. Schließlich wurden aber ein radarabgeschirmter Black-Hawk-Helikopter und eine noch geheime Kampfdrone eingesetzt.
Im Jui 2011 sagte US-General James Cartwright dem Wall Street Journal , dass die USA im Cyberwar auf gezielte Schläge zur Abschreckung setzen.



